Standpunkt Breiter Weg: Lebendigkeit in der Stadt abgestimmt

Offline-Shopping-Festival, Kunstmesse in der Stadthalle, 5. Cycle-Tour – diesmal über drei Tage und mehrere Etappen, Elbe-Funpark und Fußball im Stadion – das Magdeburger Wochenende vom 11. bis zum 13. September war voll gespickt mit Veranstaltungen.

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Wer abends noch durch die Innenstadt schlenderte, sah mit Gästen gefüllte Restaurant-Terrassen und spazierende Menschen. Alles hat funktioniert, und die wirklich zahlreichen Besucher, die von einem Höhepunkt zum anderen zogen, waren ein Beleg dafür, dass sich die Region nach Freizeitvergnügen und Unterhaltung sehnt.

Städte brauchen solche lebendigen Räume. Denn sie machen ganz unterschiedliche Angebote, die von anderen mit Freude genutzt werden. Umso unverständlicher war im Vorfeld die Klage der Dienstleistungsgewerkschaft „ver.di“ gegen einen verkaufsoffenen Sonntag. Das war eine Aktion gegen viele Akteure dieser Stadt und kein Schutz für Beschäftigte großer Einzelhandelsketten. Die Folgen der Corona-Einschränkungen erleben diejenigen, die in Geschäften, Restaurants, auf Märkten und Volksfesten, in der Musik-, Kultur- und Kunstszene arbeiten oder solche die Veranstaltungen organisieren. Covid-19 sind unsere Regeln egal. Ein Virus schert sich einen Dreck darum. Wegen so einer Ausnahmesituation aber auf Regeln zu pochen und Gerichte zu bemühen, zeugt bei den „ver.di“-Verantwortlichen eher von Kleingeistigkeit und nicht von schützender Weitsicht gegenüber der Klientel, die sie vertreten. Da ziehen wirklich einmal viele Leute in dieser Stadt an einem Strang, stellen etwas auf die Beine, was unter den gegebenen Umständen als eine Meisterleistung bezeichnet werden kann, aber Gewerkschafter deklassieren sich zu Behinderern einer städtischen Lebendigkeit. Genugtuend darf man feststellen, Magdeburg hat ihnen eine Nase gedreht und mit den Füßen für eine pulsierende Innenstadt abgestimmt.
Kürzlich kommentierte eine Stimme beim MDR, dass der Hasselbachplatz mehr und mehr an gastronomischer Vielfalt verliert und hat das Hinschmeißen der Platzmanagerin als Indiz für einen verlorenen innerstädtischen Platz genommen. Aber da gab es andere Gründe, auch persönliche Befindlichkeiten. Das erzählt man sich natürlich nur unter der Hand und nicht im öffentlichen Bekenntnis. Auf diese Weise schadet man dem Umfeld am Hasselbachplatz. Denn dort gibt es nach wie vor Gastronomen und Geschäfte, die für das Leben am Platz stehen. Von Schattenseiten ist schneller und öfter die Rede als über die Normalität. Letztere übersieht man gern. Die Corona-Schattenseite mit Infektionsrisiko und existenziellen Gefahren hat für viele eine hässliche Fratze. Aber wenn Menschen in Magdeburg Chancen ergreifen und Initiative zeigen oder manchmal einfach nur ihren täglichen Hasselbachplatzjob machen, sollte man ihnen unter aktuell schwierigen Bedingungen nicht noch Steine in den Weg werfen.

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