Sonntag, Juli 3, 2022
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Standpunkt Breiter Weg: Umschalten auf Solidarität

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Unbekannten Situationen begegnet man oft mit Angst. Daraus entstehen häufig Ohnmachtsgefühle und Lethargie. Gerade das können wir in der Corona-Krise nicht gebrauchen. Auch wenn das Leben nun unter Vorschriften extrem eingeschränkt ist, heißt dies nicht, dass man ausschließlich dem Schicksal ausgeliefert ist. Täglich stehen Millionen Menschen im Land ihren Mann bzw. ihre Frau. Nicht nur im Gesundheitswesen, bei der Lebensmittelversorgung oder in den Verwaltungen. Alle, die in der gegenwärtigen Situation etwas leisten, gebührt Anerkennung. Aber auch jenen, die jetzt zwangsweise pausieren müssen oder von zu Hause aus arbeiten.

Es gilt, die Schwächsten der Gesellschaft nicht aus dem Blick zu verlieren. Wer kann für wen welche Unterstützung leisten? Besorgungen, Zuwendung, Aushelfen – egal was – jeder kleine Dienst, der im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten liegt, zählt. Der Begriff „social distance“ (zu deutsch: soziale Distanz) macht derzeit überall die Runde. Man will damit eigentlich körperliche Kontaktvermeidung also richtigerweise „physical distance“ ausdrücken. Denn sozialen Abstand können wir jetzt gerade nicht gebrauchen. Die Moderne ermöglicht die Vernetzung über’s Internet, oder per Telefonie. Man kann schreiben und reden, jederzeit. Genau diese soziale Nähe ist jetzt besonders wichtig. Auch wenn vieles nur Zuspruch ist und damit existenzielle Ängste nicht überwunden werden können – gerade im staatlich vorgeschriebenen Rückzug darf man sich gegenseitig nicht allein lassen.

Was uns derzeit auf eine neue Art bewusst wird, ist, wie wichtig reale Begegnungen sind. In ihrem Verlust zeigt sich die Bedeutung von Selbstverständlichkeiten. Hoffentlich wird es nach der Corona-Zeit eine andere Sensibilität und Wertschätzung für all das geben, das nur im tatsächlichen Erleben seinen Reiz entfaltet. Theater, Musik, Treffen mit Angehörigen und Freunden privat, öffentlich oder in Gaststätten – jetzt können wir besser einschätzen, welchen Stellenwert Gemeinschaft und Begegnungsräume haben. Um das für die Zukunft zu erhalten, brauchen wir Solidarität. Und wir benötigen gegenseitige Unterstützung und Verständnis in allen Lebensbereichen.

Solidarität heißt auch, dass seitens der Politik jede mögliche Hilfe für notleidende Unternehmen und Selbstständige, die ihre Arbeit nicht aufrecht erhalten können, unkompliziert geleistet wird. Und das entsprechende, mit der Umsetzung betraute Behörden und Institutionen die Ausreichung solcher Hilfen schnell leisten können. Nur mit Zusammenhalt und gegenseitiger Aufmerksamkeit sind diese schwierige Zeit und die anschließenden Folgen zu meistern. | Thomas Wischnewski

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