Freitag, September 17, 2021
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Standpunkt Breiter Weg: Wir schaffen das nicht!

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In vier Wochen ist Bundestagswahl. Alle, die für die eine oder andere politische Farbe eine Stimme abgeben, bevorzugen irgendeine Regierungskonstellation. Man trägt sich mit der Hoffnung, dass sich in bestimmten Richtungen etwas zum Besseren wendet. Seitens der politischen Akteure wird um Vertrauen geworben. Mir scheint, das schmilzt gerade nur so dahin. Flutkatastrophen-Missmanagement, ein einziges Versagen zu Afghanistan und nach wie vor herrscht Gewusel mit den 3-G-Regeln. Hier darf man das, anderswo geht irgendetwas nicht. Was da erlaubt ist, bleibt dort verboten.

Die Hälfte der Deutschen ist durchgeimpft. Erleichterungen gibt es für Genesene, Getestete und Geimpfte. Die Inzidenz steigt dennoch. Trotz Impfung kann man erkranken und die Infektion verbreiten. Die Regierung meint, mit ihren Maßnahmen die Lage im Griff zu haben. Die Wassermassen nach Starkregen spülte jegliches Funktionieren einer Krisenorganisation den Bach runter. Und jetzt die angebliche Falscheinschätzung zum Vorrücken der Taliban auf die afghanische Hauptstadt.
Mir schwindet der Glaube, dass Herrschende tatsächlich das Ungemach beherrschen würden. 3.400 Satelliten umkreisen die Erde. Rund 2.000 davon unterhalten die USA. Die meisten dienen der Kommunikation, aber auch viele der Spionage. Im Informationszeitalter bleibt doch angeblich nichts geheim. Selbst die Taliban nutzen Smartphones und Internetdienste. Bei einer angeblichen Totalüberwachung durch die NSA fällt es mir schwer einzusehen, dass keine Informationen über eine rund 80.000 Mann starke Truppe vorgelegen haben sollten. 20 Jahre Freiheitsverteidigung am Hindukusch sind über Nacht geplatzt. Viele Menschen müssen jetzt in der Folge leiden. Und der Export unserer demokratischen Besserwelt ist kläglich gescheitert.
Heute müssen wir dringend die Frage stellen, ob der Versuch, anderen unser Gesellschaftsmodell überzustülpen, wirklich politisch geboten ist? Oder geht es vielleicht oft doch nur um Einflusssphären der Macht und Wirtschaft? Dürfen wir den moralischen Finger vor anderen erheben, wenn am Ende das Vermeiden von Leid neues Leid schafft?

Die westliche Welt, die sich selbst als eine Wertegemeinschaft verstehen will, ist an einem Scheidepunkt angelangt. Mit China haben sich die Machtverhältnisse verschoben. Manche islamistisch geprägten Nationen wollen sich dem Moraldiktat der USA und seiner Verbündeten nicht beugen. Wir schaffen das nicht, müsste die Kanzlerin eigentlich ausrufen. Vor der Bundestagswahl beteuert man, Verantwortung für Afghanistan zu übernehmen. Früher folgte dann ein Rücktritt. Heute ergibt das offenbar ein Weiterso. Auf jeden Fall wächst der Eindruck, dass Regierungen weniger schaffen, als sie öffentlich verkünden, trotz mehr Experten und Beratergremien. Die selbsternannten Großbaustellen wie Energiewende und Klimaschutz habe ich noch gar nicht erwähnt. Fakt ist, die Bürger schaffen am 26. September einen neuen Bundestag. Was dann eine neue Regierung schafft, ist hoffentlich weit vom aktuellen Krisenmanagement entfernt. Aber ich glaube, die schafft das nicht! | Thomas Wischnewski

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