Stricken gegen die Einsamkeit

Es sei kein Café im herkömmlichen Sinn, betont Cornelia Rüdiger. Auch wenn der Name „Strick & Nähcafé Magdeburg“ dies suggeriere. Kaffee und Kuchen kann man im Breiten Weg 32-34 jedenfalls nicht erwerben. Dafür aber diverse Wollsorten in sämtlichen Farben, Häkel- und Stricknadeln, Kurzwaren, Baumwoll-, Jersey- und Softshell-Stoffe sowie Schneidereibedarf. Wer ein Kleidungsstück ändern oder nach eigenen Wünschen nähen lassen möchte, ist bei Cornelia Rüdiger ebenfalls an der richtigen Adresse. Dass im Namen nun das Wort „Café“ auftaucht, hat einen einfachen Grund. „Die Menschen, die zu uns kommen, sollen sich mit den hier erhältlichen Produkten nicht allein gelassen fühlen“, erklärt Cornelia Rüdiger, die das 2013 eröffnete Geschäft als eine Art Begegnungsort versteht. Beratung steht an erster Stelle – egal, ob jemand die passende Wolle für Socken sucht, einen geeigneten Stoff für eine neue Hose benötigt oder ob jemand Stricken, Nähen oder Häkeln lernen möchte. „Niemand muss allein zu Hause sitzen. Die Leute können mit ihren Projekten zu uns kommen, in geselliger Runde arbeiten und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Und dann gibt’s eben auch mal ein Tässchen Kaffee und die eine oder andere Dame bringt selbstgebackenen Kuchen mit.“

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Regelmäßig treffen sich Interessierte im „Strick & Nähcafé“. „Die erste Kundin, die 2013 im Laden etwas kaufte, kommt heute noch mit ihren Freundinnen – jede Woche – zum gegenseitigen Austausch, zum Erzählen, zum gemeinsamen Stri-cken“, berichtet Cornelia Rüdiger, die als Schneidermeisterin ihr erstes Geschäft in den 1990er Jahren in Genthin eröffnete. Dort entstand auch die Idee für dieses Projekt. „Viele Stammkunden haben sich im Laden getroffen, sich eine ganze Weile unterhalten und dadurch viel Zeit bei mir verbracht. Also habe ich überlegt, dass ich eine Art Treff anbieten könnte – vor allem für diejenigen, die sonst allein zu Hause sind.“

Neben dem „Strick & Nähcafé“ in Genthin kam vor sieben Jahren der Laden in Magdeburg hinzu. „Bei Handarbeitsmessen, beispielsweise in Köln, habe ich großartige Ideen sammeln und schöne Produkte entdecken können, doch ich wusste, dass für die Menge, die ich im Einkauf abnehmen muss, die Kaufkraft in Genthin fehlt. Deshalb habe ich mich für Magdeburg entschieden“, schildert die Schneidermeisterin. Im Breiten Weg 32-34 (geöffnet Montag bis Freitag von 10.00 bis 18.30 Uhr sowie Samstag von 10.00 bis 16.00 Uhr) werden neben dem gemütlichen Beisammensein und dem Austausch auch individuelle Häkel-, Näh- und Strick-Kurse angeboten. „Gerade vor Weihnachten kommen Jüngere zu uns, die etwas Selbstgestricktes verschenken wollen und beim entsprechenden Kurs ihr Wissen vertiefen und ihre Feinmotorik schulen. Zudem lernen viele den Wert von Handarbeit schätzen“, resümiert Cornelia Rüdiger, die froh ist, mit der Wobau einen Vermieter an der Seite zu haben, der vor allem in diesen schweren Zeiten seine Gewerbemieter unterstützt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Tina Heinz
www.strick-naehcafe.de

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