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Junges „Nordlicht“ gastiert mit Impro-Comedy & Magie

Junges „Nordlicht“ gastiert mit Impro-Comedy & Magie Kompakt Zeitung Irrwitziges Improvisationstalent trifft auf überraschende Zauberkunst: Till Frömmel ist der Wirbelwind des Nordens und kommt mit seiner neuen Show nach Magdeburg. Versprochen ist ein Abend mit rasanter Comedy und einzigartigen Illusionen rund um seine Heimat an der Ostsee. Am 17. März 2024 lädt das Nordlicht zu seiner gleichnamigen Show ins Theater in der Grünen Zitadelle ein. In verrückten Improspielen holt der sympathische Möwenflüsterer das Publikum mit ins Boot und lässt es sogar selbst ans Steuerrad. Till bittet zu einer magischen Teezeremonie, lässt Schiffe im Bermudadreieck verschwinden und schickt eine Flaschenpost auf wundersame Weise über das weite Meer. Gemeinsam mit allen im Saal erweckt er eine alte skandinavische Sage zum Leben und bringt Helden aus dem Publikum im Licht des Leuchtturms zum Strahlen – immer augenzwinkernd dank grandios improvisiertem Seemannsgarn und genialer Schlagfertigkeit. „NORDLICHT“ ist eine Show mit Impro-Comedy und Magie so wirbelig wie der Wind, abwechslungsreich wie die sprudelnde See und dennoch mit beruhigendem Tiefgang. Till Frömmel ist live auf Tour ein absolutes Erlebnis – jedes Mal neu, jedes Mal anders! Showbeginn ist um 17 Uhr. Tickets für den Wirbelwind des Nordens gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, online unter reservix.de und vor Ort an der Theaterkasse in der Grünen Zitadelle zu Magdeburg (Hundertwasserhaus). Seite 13, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

Flussauf, flussab: Strömungen der Literatur

Flussauf, flussab: Strömungen der Literatur Screenshot Internetseite Literatur_LSA Kompakt Zeitung Sachsen-Anhalt ist ein Land mit reichem literarischem Erbe und dem kreativen Schaffen von aktuell mehr als 200 hier wirkenden Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Die Literaturszene ist breit aufgestellt und widmet sich zahlreichen literarischen Genres und Erzählformen. Jedes Jahr im Herbst finden die Landesliteraturtage statt und präsentieren sowohl das zeitgenössische literarische Geschehen als auch das umfangreiche literarische Erbe des Landes. Dieses Jahr wird ein besonderes Jahr für die Landesliteraturtage. An gleich vier Standorten in Sachsen-Anhalt sollen literarische Veranstaltungen angeboten werden. Der angestrebte Zeitraum erstreckt sich voraussichtlich vom 26. September bis 27. Oktober 2024 mit räumlichen Schwerpunkten in Halle (Saale), Magdeburg, Osterburg und Zeitz. Die organisatorische Verantwortung übernehmen vier regionale Veranstalter und laden gemeinsam dazu ein, sich aktiv an der Programmgestaltung zu beteiligen. Die Bewerbung für die Landesliteraturtage 2024 soll mit aktuellen Texten und kurzem Veranstaltungskonzept erfolgen und das Motto: „Flussauf, flussab: Strömungen der Literatur in Sachsen-Anhalt“ aufgreifen. Für die Umsetzung des Mottos sind kreative Präsentationen auch abseits der klassischen „Wasserglas-Lesung“ gefragt, die Literatur muss allerdings im Mittelpunkt stehen. Ideen der vergangenen Jahre waren vielfältig: Lesungen im öffentlichen Raum oder an ungewöhnlichen Orten, literarische Spaziergänge und Matineen – gern kann die Veranstaltung ein spezifisches Publikum, zum Beispiel Kinder und Jugendliche, in den Fokus rücken. Die zu präsentierenden literarischen Texte sollen nicht älter als fünf Jahre sein. Da 2024 nicht ein zentraler Veranstalter die Organisation der Landesliteraturtage übernimmt, ruft abweichend das Land Sachsen-Anhalt zur Bewerbung auf. Die Entgegennahme der Bewerbungen übernimmt der Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen-Anhalt e. V. Im Anschluss an das Auswahlverfahren im März 2024 wird es eine Rückmeldung geben, ob und an welchem Standort Ihr Angebot berücksichtigt werden kann. Bitte senden Sie Ihre Bewerbung möglichst digital bis zum 1. März 2024 an: info@fbk-lsa.de.Weitere Informationen sind online auf der Seite der Literaturtage zu finden: www.literatur-lsa.de.   Seit 1992 finden die Landesliteraturtage ihren Platz im Kulturkalender Sachsen-Anhalts. In den ers­ten beiden Jahren waren sie in Dessau verankert und konnten sich hier entwickeln. Seit 1994 fanden sie an jährlich wechselnden Orten statt und seit dem Jahr 2000 im Zusammenspiel von Kommunen und ihren jeweiligen Landkreisen. Der Friedrich-Bödecker-Kreis in Sachsen-Anhalt e.V. begleitet und berät im Auftrag des Landes die jeweiligen Ausrichter bei der Umsetzung. Seite 7, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

Der unaufhaltsame Aufstieg des Agit Kabayel

Der unaufhaltsame Aufstieg des Agit Kabayel Rudi Bartlitz Der Schwergewichtler vom Magdeburger SES-Box-Team kommt seinem Traum vom WM-Gürtel immer näher. Jetzt ist er für einen Ausscheidungskampf nominiert worden. EBU-Europameisterschaft im Schwergewicht zwischen Agit KABAYEL (SES Boxing) und Aaron SMAKICI (Kroatien) am 4. März 2023 in Bochum. Foto: Norbert Schmidt Kompakt Zeitung Wie lange hatte sich das deutsche Boxen doch wieder nach einem Weltstar im Schwergewicht gesehnt. Einer vom Schlage eines Axel Schulz, dem letzten in dieser Kategorie. Ein Vierteljahrhundert ist das nunmehr her. Aber jetzt ist ein neuer Stern aufgegangen. Endlich. Agit Kabayel vom Magdeburger SES-Team hat die Chance, in absehbarer Zeit um eine der begehrtesten Gürtel anzutreten, die der internationale Faustkampf zu vergeben hat, den des Weltverbandes WBC im Schwergewicht. Derzeit trennt den Deutschen mit kurdischen Wurzeln nur noch ein einziger Schritt davon: nämlich ein sogenannter „Eliminator“, ein Ausscheidungskampf für ein WM-Duell. Der Verband World Boxing Council (WBC), einer der „Großen Vier“ des Profiboxens, ordnete dieses Gefecht Ende Januar an. Kabayel muss sich dabei mit dem in den USA lebenden Kubaner Frank Sanchez messen. Sollte der SES-Fighter siegen, wird er offiziell zum WM-Herausforderer erklärt. Er könnte dann, voraussichtlich 2025, um die Weltmeisterschaft boxen.Die aktuelle Situation an der Spitze zu beschreiben, ist, wie vieles bei den Preisboxern, ein wenig kompliziert. Aktueller Weltmeister bei der WBC ist Tyson Fury. Der Engländer sollte eigentlich am 17. Februar in Riad im Duell der zwei amtierenden Weltmeister gegen den Ukrainer Oleksandr Usyk antreten. Da sollte sich herausstellen, wer zurzeit auf dem Box-Olymp ganz oben thront. Fury hält, wie gesagt, den Gürtel der WBC, Usyk die Titel der Verbände WBA, WBO und IBF. Wegen einer Verletzung Furys wurde das Gefecht der beiden dominierenden Athleten des aktuellen Profiboxens nun auf den 18. Mai verlegt. Egal, wie es zwischen ihnen ausgeht, ein Rückkampf ist vertraglich bereits vereinbart. Der, der danach den WBC-Titel innehat, könnte, einfach gesagt, dann 2025 der Gegner für Kabayel sein. Derzeit laufen hinter den Kulissen erst einmal intensive Kontakte, wann und wo Kabayels Qualifikations-Fight stattfindet. „Bei einem WM-Ausscheidungskampf ist es gar nicht so einfach, eine Lösung zu finden“, sagte SES-Pressesprecher Christof Haverkamp auf Kompakt-Anfrage. Es müsse sondiert werden, welche Orte oder gegebenenfalls andere Veranstaltungen sich möglicherweise anbieten würden. Zumal ein sogenanntes „Purse Bid“, also eine Art Versteigerung, nicht in Frage kommen dürfte. Die in Medien genannten Monate Mai und Juni oder der Frühherbst nannte Haverkamp „noch reine Spekulationen“, fügte dann jedoch hinzu: „Es kann aber auch alles sehr schnell gehen.“ Kabayel jedenfalls ist gerüstet. Nach seinem sensationellen Auftritt einen Tag vor Heiligabend – als er auf der bis dahin spektakulärsten Veranstaltung in der Geschichte des Profiboxen im saudi-arabischen Riad die bis dahin unbesiegte russische K.o.-Maschine Arslanbek Makhmudov bezwang und sich endgültig in die absolute Weltspitze katapultierte – hat er nur eine kurze Ruhepause eingelegt. „Er ist bereits wieder im vollen Training“, bestätigt Haverkamp. Zudem hat er sich durch seinen glorreichen Sieg über Makhmudov in der unabhängigen Computer-Weltrangliste des renommierten Portals Boxrec schon auf Nr. 6 im Schwergewicht nach oben katapultiert. Ein deutsches Boulevardblatt zitiert Kabayel so: „Das ist eine tolle Auszeichnung und eine große Chance für mich. So nah war ich meinem großen Traum, Weltmeister zu werden, noch nie.“ Der 31-Jährige, der in Bochum lebt, bekam die Information, dass der Ausscheidungskampf gegen Sanchez angeordnet wird, von WBC-Präsident Mauricio Sulaimán (54/Mexiko) höchstpersönlich per Whatsapp-Nachricht. Die Mega-Chance hatte sich angedeutet. Bereits zwei Wochen zuvor hatten Kabayel und Manager Benedikt Poelchau ein Video-Telefonat mit Sulaimán. Für SES bedeutet der phänomenale Aufstieg Kabayels ein „weiterer Gewinn an internationaler Strahlkraft“, hebt Haverkamp hervor. Bereits im Halbschwergewicht ließ im vergangenen Jahr ein Magdeburger international aufhorchen. Michael Eifert besiegte im März im kanadischen Quebec in einem WM-Ausscheidungskampf des Verbandes IBF den Kanadier Jean Pascal (ehemaliger WBC- und WBA-Weltmeister). Durch seinen sensationellen Erfolg ist der SES-Boxer zum Pflichtherausforderer des in Kanada lebenden Russen, Weltmeister Artur Beterbiev, aufgestiegen. Aber er muss warten. Beterbiev absolviert erst noch im Juni, natürlich in Saudi-Arabien, das lange herbeigesehnte Super-Duell gegen seinen Landsmann, WBA-Champion Dmitry Bivol. Zurück zu Kabayel. In der WBC-Rangliste steht er aktuell auf Platz vier, Sanchez ist die Nummer zwei. Ein Blick in die Statistik offenbart einige verblüffende Ähnlichkeiten. Beide sind gleichaltrig und ungeschlagen, der Deutsche gewann alle seine 24 Gefechte (davon 16 durch K.o.). Sanchez, der aus Guantanamo stammt und den Kampfnamen „the cuban flash“ (der kubanische Blitz) trägt, kletterte einmal mehr in den Ring und verließ ihn 17mal vorzeitig. In der Körpergröße trennen beide nur zwei Zentimeter (Kabayel 1,91 m/Sanchez 1,93 m). Agit, der Junge aus dem Ruhrpott, hat lange auf seine Chance warten müssen. Schon vor zwei Jahren war der Ex-Europameister immer wieder im Gespräch für einen Big Fight, einmal sollte der Gegner Tyson Fury heißen, ein anderes Mal Anthony Joshua. Er war immer im Training und hat auf seine Chance gewartet – und als er sie in Riad bekam, hat er der Boxwelt gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. All das ist auch ein großes Verdienst seines Trainers Sükrü Aksu, diesem harten Hund. Schon vor zwei Jahren hatte er gesagt, Agit verfüge über das Potenzial, mit den ganz Großen mitzuhalten. Diese Kämpfe wolle man. Jetzt kommt sein Schützling dem WM-Traum wieder ein Stückchen näher. Und Börsen im siebenstelligen Bereich natürlich ebenso. Seite 28, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

Mode & Kunst im Café Piano

Mode & Kunst im Café Piano Margit Tietz lädt am 9. März zu einer Symbiose aus Mode und Kunst ins Café Piano ein. Foto: privat Kompakt Zeitung Zu einer exklusiven Internationalen Frauentags-Gala-Designer Fashionshow mit Sektempfang und Flying Fingerfood lädt Margit Tietz gemeinsam mit Zabir Yasin und Sarmen Nazayan in das Café Piano mit angrenzendem Grünhaus in die Leiterstr. 3 in Magdeburg ein (Einlass: 18 Uhr, Beginn der Fashionshow 19.30 Uhr). Magdeburg soll zu einem Zentrum kreativer Fusion werden. Unter der Leitung der Mode-Ikone Margit Tietz findet eine Modenschau statt und die Malerin Jacqueline Saueressig-Deipenbrock wird an diesem Abend ausgewählte Werke präsentieren. Mit über 200 Gästen aus der Modewelt, Kunstszene und darüber hinaus verspricht dieser Abend eine inspirierende Begegnung von Stil und Kreativität. Die Veranstaltung wird zum Schauplatz für internationale Designer und Künstler, die ihre neuesten Kreationen präsentieren und eine Brücke zwischen Kunst und Mode schlagen. Von avantgardistischen Schnitten bis hin zu innovativen Designs wird die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen die Sinne der Gäste beflügeln. So verspricht es Margit Tietz. Unter den Gästen werden bekannte Gesichter der Mode- und Kunstwelt erwartet, die sich auf einen Abend voller Inspiration freuen können und austauschen. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, Talente aus verschiedenen Ländern und Kulturen zu entdecken und zu feiern. Man kann Designer für Schmuck, Hüte, extravagante Kreationen von Abendkleidern, Avantgard Mode und königliche Roben aus den Niederlanden mit internationalen Models und dem Topmodel Sensemielja Letitia Sumter erleben können. Auch für die stärkere Dame werden von dem Label LUBA Moden aus Berlin wunderschöne Modelle der Frühjahrs- und Sommerkollektion 2024 präsentiert. Die erfahrene Make Up Artistin/Modelcoach Sylvie Mopita aus Berlin wird unterstützend für die Verschönerung der zauberhaften Models sorgen. Wer Teil dieses außergewöhnlichen Abends, an dem Kunst und Mode verschmelzen, werden möchte, kann Tickets (Vorverkauf: 39 Euro; Abendkasse 45 Euro) unter der Telefonnummer 0391/5355987 erhalten. Seite 23, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

30 Jahre Shoe·Bee·Doo, 30 Jahre hochwertige Produkte

30 Jahre Shoe·Bee·Doo, 30 Jahre hochwertige Produkte Tina Beddies-Heinz Seit 30 Jahren ist Viola March WOBAU-Gewerbemieterin und mit ihrem Geschäft „Shoe·Bee·Doo” im Breiten Weg 14 zu finden. Foto: Peter Gercke Kompakt Zeitung Möchte man gebräuchliche Klischees bedienen, könnte man sagen, Viola March arbeitet in einem Paradies für Frauen. Tagtäglich ist sie in ihrem Beruf umringt von Schuhen, Taschen und anderen hochwertigen Accessoires. Zudem ist sie ihre eigene Chefin, denn sie ist die Inhaberin des Geschäfts „Shoe·Bee·Doo“, das seit exakt 30 Jahren im Breiten Weg 14 zu finden ist. Den Schritt in die Selbstständigkeit wagte die gebürtige Magdeburgerin schon vorher, nachdem sie für geraume Zeit in einer Schuhfabrik in den Bereichen Produktionsplanung und Verkauf gearbeitet hatte. „Mein Geschäft habe ich bereits 1991 eröffnet – ebenfalls im Breiten Weg, nur etwas weiter südlich. 1994 bin ich schließlich hier eingezogen“, erzählt Viola March. Seitdem ist sie WOBAU-Gewerbemieterin und hat den Umzug in diese Räumlichkeiten nie bereut. Auch wenn sich mal wieder – diesmal aufgrund von Bauarbeiten am Hasselbachplatz – der Verkehrsfluss geändert hat. „Es ist schon merkwürdig, den Breiten Weg ohne Straßenbahnen zu erleben. Ob sich das auf das Geschäft auswirkt, ist jetzt noch nicht abzusehen.“ Dass sie relativ entspannt auf Unannehmlichkeiten – wie beispielsweise die erwähnten Bauarbeiten – blickt, ist mit Sicherheit ihrem Charakter, aber auch ihrer Erfahrung geschuldet. Nach mehr als 30 Jahren kennt sie sich in der Branche aus und kennt natürlich auch ihre Kundinnen. „Es ist nicht immer leicht. Wie in jeder Branche geht es auch im Modegeschäft stetig auf und ab. Aber ich bin zufrieden und fühle mich wohl bei und mit meiner Arbeit. Das liegt zum einen daran, dass ich zwei Mitarbeiterinnen habe, mit denen ich mich sehr gut verstehe und auf die ich mich verlassen kann. Zum anderen spielt beim möglichen Auf und Ab die Produktpalette eine wichtige Rolle – in Verbindung mit unseren Stammkundinnen. Ich lege Wert auf hochwertige Produkte, die modisch, aber gleichzeitig zeitlos sind. Und das wissen die Menschen zu schätzen.“ Ob Marken wie Pedro Mir Alles, Burlington, Edelziege, Falke oder Weekend, ob Schuhe, Handtaschen, Strickwaren, Tücher oder andere Accessoires – bei „Shoe·Bee·Doo“ finden sich Produkte, die den eigenen Geschmack der Inhaberin, aber auch die Vorlieben der Kunden treffen. „Natürlich bieten wir hier Dinge an, die mein Herz, aber auch das meiner Mitarbeiterinnen, höherschlagen lassen. Würden wir nicht voll und ganz hinter unseren Produkten stehen, könnten wir diese auch nicht verkaufen“, ist sich die gebürtige Magdeburgerin sicher. Neben qualitativer Hochwertigkeit und modischer Zeitlosigkeit spielt auch das Thema Nachhaltigkeit für die gelernte Wirtschaftskauffrau eine bedeutende Rolle. „Es ist mir wichtig, dass vernünftige Materialien zum Einsatz kommen und dass die Menschen in den Fabriken auch entsprechend entlohnt werden. Vorrangig setzen wir daher auf Produkte, die in Europa hergestellt werden – beispielsweise in Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland.“ Um stets auf dem neusten Stand zu sein, Ideen zu sammeln und sich inspirieren zu lassen, fährt Viola March regelmäßig zu Fachmessen – von Düsseldorf bis München und Mailand. „Vor Ort kann man sich einen guten Überblick verschaffen, sich direkt bei den Herstellern informieren und abwägen, welche Kollektion sich lohnt zu ordern.“ Mit zahlreichen Lieferanten arbeite sie bereits seit vielen Jahren zusammen, doch auch für Neues müsse man sich öffnen. Auf die Meinung ihrer Mitarbeiterinnen kann sie sich bei der Auswahl hochwertiger Produkte ebenso verlassen wie auf die Meinung ihres Mannes. „Er ist Schuhmachermeister und kann mit seiner handwerklichen Expertise die Dinge noch aus einem anderen Blickwinkel betrachten – und das schadet nie“, erzählt Viola March mit einem Lächeln.   Seite 18, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

Film verrückt: Tipps von Lars Johansen

Film verrückt Tipps von Lars Johansen Kompakt Zeitung Ich möchte hier regelmäßig Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken. Diesmal geht es erstmal um zwei Filme, die nagelneu erschienen, aber eigentlich schon etwas älter sind. „Die Zitadelle von San Marco“ stammt aus dem Jahr 1963 und wurde wundervoll restauriert, so dass es ein sehr gutes Bild gibt. Bei dem Film handelt es sich um eine französische Version des Jules-Verne-Romans „Mathias Sandorf“, der ein paarmal verfilmt wurde. Hier wurde recht großzügig mit der Vorlage umgegangen, denn eigentlich handelt es sich bei Verne um eine Variante von „Der Graf von Monte Christo“, dessen Grundhandlung er einfach übernimmt. Da aber Hauptdarsteller Louis Jourdan ein paar Jahre zuvor ebendiesen verkörpert hatte, wollte man wohl vermeiden, sich zu wiederholen. Das Ergebnis ist ein hübscher kleiner Abenteuerfilm geworden, der durchaus gut zu unterhalten weiß. Im weitesten Sinne unterhaltsam ist auch die bundesdeutsche Produktion „Lina Braake“ von 1975, die eigentlich einmal „Lina Braake oder Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Braake hat“ hieß. Wer sich von diesem sperrigen Titel nicht abhalten lässt, bekommt eine wundervolle Seniorenkomödie zu sehen, in der sich die Hauptdarstellerin Lina Carsten, welche schon im „Räuber Hotzenplotz“ eine wundervolle Oma spielte, mit dem Edgar-Wallace-Veteranen Fritz Rasp zusammentut. Aus dem Altersheim heraus wird die betrügerische Bank von den beiden älteren Herrschaften überlistet. Das ist zeitlos schön erzählt und unbedingt sehenswert. Mag ich für das Kinderkino die Neuverfilmung von „Spuk unterm Riesenrad“ empfehlen? Ich bin da ein wenig unentschlossen. Denn mir hat sie nicht ganz so gut gefallen wie das DEFA-Original, obwohl sie fürs große Kino gedreht wurde. Aber das ist zum einen Geschmacksache, zum anderen bin ich kein Kind, also nicht die Zielgruppe, und zum dritten kann man den Kleinen ja danach mal im Heimkino das Original zeigen. Auf jeden Fall ist er im Moritzhof zu sehen und Kino ist schon was Besonderes. Seite 12, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

Mit Akzent oder akzentfrei?

Ich spreche Deutsch:Mit Akzent oder akzentfrei? Dieter Mengwasser – Dipl.-Dolmetscher und -Übersetzer Kompakt Zeitung Sicherlich haben Sie auch schon einmal die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ gesehen. Es geht um tatsächliche Kriminalfälle, bei denen die Polizei um die Mithilfe von Fernsehzuschauern bittet. Überlebende Opfer werden bei den Ermittlungen gefragt, wie die Täter aufgetreten sind, was sie gesagt haben, in welcher Sprache sie gesprochen haben. Und ob bei den Äußerungen, die durch die Täter meist in Form von Befehlen und Anordnungen gegeben werden, ein Akzent, insbesondere ein fremdländischer oder ausländischer Akzent, wahrzunehmen war. Akzent. Zum ersten Mal hörte ich dieses Wort in der 5. Klasse unserer Schule, als wir mit dem zu DDR-Zeiten obligatorischen Russischunterricht begannen. Akzent war das Betonungszeichen, das in den Russisch-Schulbüchern auf den betonten Vokal gesetzt wird. In der russischen Sprache spielt dieser Akzent eine ganz wichtige Rolle, denn mit Hilfe der Betonung lassen sich in der mündlichen Rede Wörter leichter voneinander unterscheiden. Im schriftlichen Gebrauch wird auf das Setzen von Betonungszeichen voll verzichtet, denn es wird davon ausgegangen, dass der Leser der Sprache mächtig ist und solche Hilfen überflüssig sind. Für uns als Ausländer jedoch sind sie in der Regel eine sehr gute Unterstützung, zumal die Betonung innerhalb derselben russischen Wörter je nach grammatischem Fall wechseln kann: gorod (= die Stadt, das erste ‚o‘ ist betont), im Plural: goroda (= die Städte, der Laut ‚a‘ am Ende ist betont). ‚Akzent‘ in der Bedeutung ‚Betonung‘ ist aber auch im Deutschen üblich: ‚Der Grünenpolitiker legte in seinen Ausführungen besonderen Akzent auf die Nachhaltigkeit der Maßnahme.‘ Der Akzent als Zeichen der Betonung in Wörtern oder bei Reden hat aber nichts zu tun mit dem Akzent, den wir häufig in der Aussprache von Ausländern bemerken können. Wenn sie sich auf Deutsch äußern, dann sind es Besonderheiten in der Artikulation von Lauten, die auf unser Ohr treffen. Betrachten wir uns doch einmal selbst, wie wir aufgewachsen sind. Die Eltern Deutsche, alle um uns herum Deutsche; der Umgang in Kindergarten, Schule, Radio, Fernsehen – alles in deutscher Sprache. Wir als Kinder ahmen in unserer Aussprache denen nach, die uns umgeben. Unsere Sprechwerkzeuge sind ausgerichtet, ja getrimmt und dann eingeschliffen auf die Laute, die wir ständig von unserer Umgebung empfangen. Und wir bemühen uns, genauso zu sprechen, nicht davon abzuweichen. Dies führt zu einem Automatismus, und wir können selbst gar nicht mehr empfinden, wie wir sprechen, wie wir unsere deutschen Laute bilden. Zu den Sprechwerkzeugen zählen, von außen nach innen gesehen, die Nase mit ihren Hohlräumen (bei Schnupfen sprechen Sie anders!), die Lippen, die Zähne, die Zunge, die Hohlräume im Inneren des Mundes, der Rachen, die Stimmbänder und -ritzen, die Lunge. (Eine Logopädin kann hier bessere Auskünfte geben.) Alle diese beim Sprechen beteiligten Körperteile sind, wie schon gesagt, darauf trainiert, Laute in der jahrelang eingeübten Weise hervorzubringen. Nun kommt der Fremdsprachenunterricht in der Schule! Hier sollen wir angehalten werden, Laute einer bisher für uns fremden Sprache zu bilden. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die ersten Englisch-Stunden, als Sie den englischen Laut bilden sollten, der in der Schriftsprache mit ‚th‘ dargestellt wird. Einen solchen Laut gibt es im Deutschen nicht. Auf jeden Fall haben Sie sich zumindest in der Anfangsphase bemüht, ganz bewusst diesen Laut ‚th‘ zu artikulieren. Es kann natürlich sein, dass Sie auch jetzt noch beim schnellen Englisch-Sprechen unbewusst auf den deutschen Laut ‚s‘ (stimmhaft oder stimmlos) ausweichen. Oder denken wir an den in der DDR obligatorischen Russischunterricht ab der 5. Klasse. In der russischen Sprache gibt es den Laut ‚ы‘ (in Wörtern wie ‚мы‘, ‚вы‘ usw.), der im Deutschen gar nicht existiert. Ferner gibt es das sogenannte Weichheitszeichen ‚ь‘, das den vorausgehenden Konsonanten in der Aussprache „erweicht“, so dass wir einen leichten Anflug eines ‚j‘ hören können. Auch die Vokale ‚и‘ und ‚е’ nach einem Konsonant erfüllen die Funktion einer Erweichung. Ein Russe wird also den Namen ‚Putin’ einen ganz kleinen Deut anders aussprechen als wir Deutsche. Auch wenn Sie ein kleines Kind hören, das auf Russisch nach seiner ‚Mama‘ ruft, dann klingt dies doch etwas anders als bei deutschen Kindern. Älteren Spätaussiedlern aus Russland wird es schwerer fallen, das deutsche Lautsystem akzentfrei beherrschen zu können; zu lange waren ihre Sprechwerkzeuge auf die russische Lautung eingespielt.   So ergeht es natürlich auch den Ausländern, die als Migranten in unser Land kommen. Sie sind mit dem Lautsystem ihrer für uns fremden Sprache aufgewachsen, ihre Sprechwerkzeuge sind auf diese ihre Laute ausgelegt. Auch nach längerer Eingewöhnungszeit und trotz des deutschsprachigen Umfelds ist es auch bei allen subjektiven Bemühungen schwierig für sie, den für uns auffälligen fremdländischen Akzent zu überwinden. Dabei gilt: Je jünger ein Mensch beim Eintauchen in eine fremdsprachige Atmosphäre ist, umso leichter fällt es ihm, sich die Fähigkeiten zur Artikulation der anfangs neuen Laute anzueignen. Ein typisches Beispiel ist hier die Sängerin Helene Fischer. Sie wurde 1984 in Krasnojarsk geboren und kam im Alter von vier Jahren nach Deutschland. Es ist anzunehmen, dass sie dort, im fernen Sibirien, mit der deutschen Sprache nicht in Berührung kam, und ihre Eltern (Vater Sportlehrer, Mutter Ingenieurin) werden wohl kaum in der Lage gewesen sein, ihr ein solch hohes Maß an Aussprachevermögen anzuerziehen, wie sie es jetzt in ihrer Eigenschaft als Unterhaltungskünstlerin mit der deutschen Sprache bietet. Bei ihr gibt es nicht die Spur eines fremdländischen Akzents. Ähnliches trifft für viele andere Menschen in unserer Multi-Kulti-Gesellschaft zu. Ist es nicht erstaunlich, wenn Sie im Fernsehen Personen sehen, die von ihrer Hautfarbe, ihrer Haarfarbe oder der Schreibweise ihres Namens her zu Ausländern zu rechnen wären, die jedoch vorzüglich und ohne jeglichen fremden Akzent die deutsche Sprache beherrschen. Kein Wunder, wenn sie durchgehend in einer deutschsprachigen Atmosphäre aufgewachsen sind. Bleiben wir in Deutschland und bleiben wir bei den Deutschen. Zu Beginn meines Studiums kam ich nach Leipzig, hinein in eine „sächsischsprachige“ Atmosphäre. Die meisten Mitstudenten waren aus Sachsen und sprachen mit einem Akzent, den ich als sächsisch bezeichnen möchte. Dies drückte sich z. B. darin aus, dass es keine deutliche Unterscheidung bei den Lauten gab, die wir mit den Buchstaben ‚d’ und ‚t‘ beschreiben. Bei der Nennung meines

Magdeburger Gesichter: Angesehener Künstler

Magdeburger Gesichter: Angesehener Künstler Sabine Liebscher Kompakt Zeitung Als fünftes von zwölf Kindern wurde Edmund Wodick 1816 in ärmlichen Verhältnissen geboren. Sein Vater Friedrich Heinrich Ludwig Wodick (1786–1871) arbeitete in der Landgemeinde Markt Alvensleben als Dekorationsmaler für Stuben- und Gartenzimmer und seine Mutter Johanna Caroline Elisabeth Wodick, geb. Förster (1790–1850), war die Tochter eines Branntweinbrenners. Den ersten Zeichenunterricht erteilte ihm sein Vater. Er besuchte dann die Gewerbe- und Handelsschule in Magdeburg und ging anschließend in die Lehre der lithografischen Anstalt von Julius Brückner in Magdeburg, um Steindrucker zu werden. Der Werkstattleiter erkannte das Zeichentalent seines Lehrlings. Er bewirkte, dass der Magdeburger Verleger und Musikalienhändler Wilhelm von Heinrichshofen, ein Onkel Wodicks, ihm eine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf ermöglichte. Im Wintersemester 1837/38 konnte er sein Studium beginnen, und ab 1841 ging der junge Künstler auf die damals übliche Studienreise gen Süden nach Paris und Rom. Fünf Jahre lang reiste Wodick durch Holland, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, Marokko und die Schweiz. Er studierte die Werke der großen Meister, sammelte Studien und Skizzen und erhielt erste Aufträge. Als er nach neun Jahren 1846 in seine Heimatstadt Magdeburg zurückgekehrt war, heiratete er seine Jugendfreundin und langjährige Verlobte Louise Renker (um 1820–1884). In der Prälatenstraße 5, der späteren Oberpostdirektion, unmittelbar nördlich neben der Kirche Sankt Sebastian, richtete er sich eine Wohnung, eine Werkstatt und ein Schüleratelier ein. 1853 erwarb Wodick das mehrstöckige Eckhaus, nachdem die Familie zwei Töchter und zwei Söhne bekommen hatte. Zum Wohnhaus gehörten drei Hintergebäude, die einen großen Hof umschlossen. Wodick ließ einen südländischen Dachgarten mit italienischen Pflanzen anlegen. Sein Heim war Treffpunkt für lebhafte Geselligkeit. 1849 wurde er in die Freimaurerloge Ferdinand zur Glückseligkeit aufgenommen. Der Künstler war umtriebig bemüht, das kulturelle Leben der Stadt zu entfalten. So setzte Wodick sich beim Magistrat für einen ständigen Ausstellungsort des Kunstvereins ein. Am 31.01.1859 gründete er mit Gleichgesinnten den Verein für Kunst, Wissenschaft und Humor Athene in Magdeburg und wurde dessen Vorsitzender. 1871 wurde der Landschafts- und Porträtmaler Mitglied im Vorstand des Magdeburger Kunstgewerbe-Vereins und war ab 1882 erster Stellvertreter. Seine Bindungen an die bürgerliche Gesellschaft der Stadt verschafften Wodick zahlreiche Aufträge. Der angesehene Magdeburger Künstler übergab 1879 eine Spende an den damaligen Bürgermeister Bötticher in Höhe von 120.000 Mark. Das Geld sollte zugunsten von Witwen und Waisen eingesetzt werden. Diese hohe Summe belegt die gute finanzielle Situation des Malers, der sich neben den anderen, in Magdeburg zeitweise tätigen Porträtmalern wie Friedrich Hartmann, Gottlob Berger oder Johann Gottlieb Rost behauptete. Wodick starb an einer Lungenentzündung im Alter von neunundsechzig Jahren. In einem Nachruf wurde er als eine der populärsten Persönlichkeiten der Stadt bezeichnet. Seine Grabstelle auf dem Magdeburger Südfriedhof wird mittels einer Stiftung seiner Nachfahren gepflegt, und das Kulturhistorische Museum erhält aus diesen Stiftungsmitteln eine jährliche Zuwendung zum Erhalt seiner Werke in der Sammlung. Auf dem harmonischen Familienbild stellte er sich 1855 selbst mit seiner Ehefrau, seinen vier Kindern und seiner jüngeren Schwester Alma dar. Louise hält die jüngste Tochter Wanda Alvine Elvira, genannt Ella (1852–1929), auf dem Arm. In der Wanne spielt der jüngere Sohn Felix Theobald Edmund (1851–1942), und daneben sitzt Louise Editha Alma (1849–1905). An der rechten Seite steht der neunjährige Edmund Felix Amandus (1847– ca. 1880).     Das Kulturhistorische Museum Magdeburg erinnerte 2021 an Magdeburger Gesichter des 19. Jahrhunderts. Die Porträts der Sonderausstellung sind weiterhin in der Kompakt Zeitung zu finden. Seite 16, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

Die Sprache im Gesang

Die Sprache im Gesang Birgit Ahlert Kammersängerin Undine Dreißig im Sprachtraining mit Bass-Bariton Giorgi Mtchedlishvili. Kompakt Zeitung Jeder Komponist schreibt entsprechend seiner Sprache, sagt Kammersängerin Undine Dreißig. Das macht die Worte so passig zu den Melodien. Deshalb ist es ein großer Vorteil, musikalische Werke wie Opern in deren Originalsprache auf die Bühne zu bringen. Das ist für die Singenden nicht immer einfach, wenn es sich nicht um die Muttersprache handelt. Die beliebte Kammersängerin weiß das aus eigener Erfahrung. Im Laufe ihrer Karriere hat sie bereits in mehreren Sprachen gesungen wie Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch, Russisch. Dafür hat sie gesangliches Sprachtraining genommen. Sprachen unterscheiden sich nicht nur in Worten, sondern auch in Klang und Betonung. Damit sie wirklich gut klingen und gleichzeitig die gesungenen Texte auch verstanden werden, ist das gesangliche Üben vor den Auftritten gängige Praxis.  Jetzt gibt die Mezzosopranistin ihre Erfahrungen weiter: mit Sprachtraining für die Sängerinnen und Sänger aus anderen Ländern. Darunter Giorgi Mtchedlishvili aus Tiflis/Georgien, ein Bass-Bariton mit beeindruckender Stimme. Als er im September vorigen Jahres zum Magdeburger Theater kam, stand wenig später die Wiederaufnahme von „Grete Minde“ auf dem Spielplan – und damit hier die erste deutschsprachige Rolle für Georgi. Es blieb nicht viel Zeit zum Proben, sich in die Rolle des Gerdt Minde einzusingen. Aber „er hat es hervorragend gemacht“, lobt Undine Dreißig. Dank Sprachtraining, möchte man hinzufügen, denn das Wort Kurfürst war für den Georgier eine Herausforderung. Umlaute gibt es in seiner Muttersprache nicht – kein ü, ä, ö. Auch Worte wie furchtbar, mit einer Verbindung von vier Konsonanten, ist nicht einfach, noch dazu mit längerem u und einem r, das zwar zu hören, aber eigentlich nicht gesprochen wird, erklärt Undine Dreißig. Diese Laute zu formen und sie zu unterscheiden, will gelernt sein. Jeden Tag beschäftigt sich der Georgier mit der deutschen Sprache. Er spricht sie mittlerweile gut, versteht sie noch besser. Doch „eine Sprache zu sprechen und sie zu singen, ist zweierlei“, erklärt Undine Dreißig. Melodientragende Worte müssen ebenso wirken wie im Stakkato. Manches ist selbst für Muttersprachler eine Herausforderung, erzählt sie lachend in Erinnerung an „Hänsel und Gretel“ („in den Ofen, hitzhell, schiebt’s die Hexe blitzschnell“ im schnellen Gesang). Für musikalische Menschen ist es zwar leichter, in einer anderen Sprache zu singen als zu sprechen, wenn die Worte auf die Melodien passen. Aber dafür muss die Grundlage stimmen. Das gilt es zu üben, sagt die Kammersängerin, „am besten überall – unter der Dusche, beim Kochen, Fensterputzen, ständig“, sagt sie lachend, „es muss ins Blut übergehen.“ Wenn zum Gesang noch Dialoge hinzukommen, mit Spielwitz – das muss alles „sitzen“, damit es wirkt und dem Publikum gefällt. „Das Gelernte muss zum Reflex werden, nur dann funktioniert es.“ Für die nächste Oper üben beide italienischen Gesang. Sie werden zu erleben sein in „Figaros Hochzeit“ (Premiere 6. April 2024 am Opernhaus). Giorgi Mtchedlishvili als Figaro und Undine Dreißig als Marcellina. Mit Libretto von Lorenzo Da Ponte und deutschen Übertiteln. Seite 7, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

Scharfe Sprüche: Wir schmoren, aber teurer

Scharfe Sprüche Wir schmoren, aber teurer Kompakt Zeitung Die Inflation ist gesunken. So wird es über die statistischen Erhebungen vermeldet. Doch die Lebensmittelpreise haben weiterhin Aufschwung. Der Vergleich der Verbraucherpreise für Pizza und Quiche für Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022 zeigt auf Basis von Eurostat-Daten, dass die Preise der beliebten Lebensmittel in Jahresfrist in Deutschland um rund 10 Prozent gestiegen sind. Und unser Land nimmt dabei einen Platz in der europäischen Spitzengruppe ein. Die Statistik-Experten haben sich die Preise für Pizzen und Quiche vorgenommen. Nur in Ungarn waren die meist tiefgekühlt und somit energieintensiv angebotenen belegten Teigwaren mit 13,4 Prozent noch teurer. Leute, das macht keinen Spaß mehr, wenn man ständig zusehen muss, wie rundherum die Kosten explodieren. Wir Gastronomen am Hassel sind nun außerdem durch die nächste Baustelle gebeutelt. Bei Sperrungen umfahren viele den einst lebendigsten Tummelplatz der Stadt. Und dann wundert man sich in den Politiketagen, dass Menschen das Gefühl haben, von außen gesteuert zu sein und Verschwörungstheorien hinterherhecheln. Ich kann da einen Zusammenhang zwischen immer höheren Energiekosten und angeblicher Verteidigung für unsere sogenannte Freiheit nicht ganz vom Tisch wischen. Wir verteidigen unsere Interessen ja immer mal wieder woanders. Erst am Hindukusch, dann in Mali und aktuell natürlich in der Ukraine. Man erkläre mir bitte, wie frei ein Mensch in seinen Rechten sein kann, wenn ihm immer engere Kostenknebel angelegt werden! Und was soll eigentlich Interessenverteidigung für Bürger bedeuten, wenn für uns alles teurer wird? Ich glaube, das ist keine Interessenvertretung der Deutschen. Nun bin ich nur ein kleiner Würstchenbrater und verstehe die Welt nur zwischen Fritteuse und Ketchupflasche. Allerdings will mir auch nicht recht einleuchten, dass die Gesetzesarbeiter im Parlament einen weiteren Horizont haben als die kleinen Leute mit ihrer Küchenphilosophie. Jedenfalls ist meines Erachtens in den vergangenen 15 Jahren deutscher Politik stets nur ein gewisses Geschmäckle herausgekommen. Dafür darf ich mir – und Ihr wahrscheinlich auch – oft genug sagen lassen, dass ich vom großen Ganzen wenig verstehen würde. Man müsse alles differenziert sehen. Ich will das ja gern tun, nur rührt mir man dann wieder einen zähen Brei ohne konkrete Argumentengewürze an. Ich will gar nicht in die gewaltige Jammerei, die man von allen Seiten hören kann, einstimmen. In Sachen Kochkunst bleibe ich bei meinen Leisten und will niemandem etwas aufdrängeln. Also ich zwinge niemanden in sein Würstchenglück. Im Gegenzug möchte ich auch nicht permanent in einen immer kleineren Topf geworfen werden, in dem ich einsichtsfrei schmoren darf und dann noch die Zeche fürs eigene Garen blechen muss. Vielleicht sollten wir uns mal bei einer Currywurst über die ganze Problematik unterhalten. Und das garantiert ohne weitere Preiserhöhung in meiner Bude. Also bis gleich, Euer Olaf vom Hassel. Seite 23, Kompakt Zeitung Nr. 250, 21. Februar 2024

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