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Nein, ich esse meine Gulaschsuppe nicht!

Nein, ich esse meine Gulaschsuppe nicht! Prof. Dr. Reinhard Szibor Es gibt gute Gründe, warum die meisten von uns Fleisch essen. Auch dafür, dass sich andere für eine vegane Ernährung entscheiden. Befürworter und Gegner einer omnivoren Lebensweise haben sich zum Teil in Lagern organisiert. Kompakt Zeitung Bis vor Kurzem galten Omnivore als normal und Veganer als spinnert. Der Begriff „Omnivore“ steht bildungssprachlich für das vulgäre Wort „Allesfresser“ und bezeichnet Menschen, die Lebensmittel tierischer Herkunft mögen. In unserem Land mit ca. 84,5 Millionen Einwohnern gibt es zusammengenommen rund 8 Millionen Vegetarier und Veganer. Sie sind also mit 9,5 Prozent in der Minderheit. Aber ihre Zahl nimmt zu und noch mehr ihr Einfluss. Es ist gut, dass Gaststätten und Kantinen vegane Speisen anbieten. Unter Veganern hat sich allerdings ein Lager gebildet, das offenbar die omnivore Bevölkerungsmehrheit umerziehen möchte. Wo Verfechter einer „woken“ Ernährungsweise Macht haben, wird das umgesetzt. Das Motiv kann man nach Franz Werfel so benennen: „Neben dem Geschlechtstrieb bestimmt kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr, wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit.“ Vor zwei Jahren stellte der VW-Konzern seine Kantine auf vegan um. Eine Abstimmung brachte die vegane Kantine wieder zu Fall. Nicht überraschend ist, dass an Hochschulen vegane Mensen wie Pilze aus dem Boden schießen. Nicht tolerierbar ist es aber, wenn vegane Ernährung aufgezwungen wird. So hat der Stadtrat von Freiburg im Breisgau beschlossen, dass in Kitas und Grundschulen Fleisch und Fisch nicht mehr auf die Teller kommen. Noch sind Milchprodukte erlaubt, aber angestrebt wird vegan. Für die Eltern, die ja nach Art. 6 des Grundgesetzes über Erziehung und Ernährung die Entscheidungshoheit haben, ein Affront! Anders als im VW-Hochhaus können Kinder und deren Eltern die Ernährungsdiktatur nicht abwählen. Wo Weltrettungsphantasien, missionarischer Eifer und Macht zusammenkommen, gibt es kein Einlenken. Die Freiburger Grünen-Fraktion bekennt freimütig: „Wir sehen darin eine große Chance, als Green City Freiburg bundesweit diese Vorreiterrolle einnehmen zu können, um ein Kita- und Grundschulessen einfacher, qualitativer und klimafreundlicher zu gestalten.“ Da sehnen sich nicht nur unverbesserliche DDR-Nostalgiker, sondern auch Menschen, die wie der Autor mit dem Arbeiter- und Bauernstaat nichts am Hut hatte, zurück in Zeiten, da Schulbehörden den Ratschlägen von Kinderärzten und Ernährungswissenschaftlern folgten. In meiner Schule gab es ein Programm, wonach jedes Kind an allen Schultagen preiswert einen Viertelliter Milch bekommen konnte. Damit war eine Grundversorgung an wertvollen Eiweißen, Vitaminen und Calcium gesichert.   Von der Lust und dem Vorteil, kein Veganer zu sein   Omnivore Ernährung schafft Lebensqualität. Das empfindet die Mehrheit der Menschen so. Zugegeben, Bertold Brecht ist ein Mann der Vergangenheit, aber sein Statement ist zeitlos: „Fröhlich vom Fleisch zu essen, das saftige Lendenstück – und mit dem Roggenbrot, dem ausgebackenen, duftenden – den Käse vom großen Laib und aus dem Krug das kalte Bier zu trinken, das wird niedrig gescholten, aber ich meine, in die Grube gelegt werden, ohne einen Mundvoll guten Fleisches genossen zu haben ist unmenschlich, und das sage ich, der ich ein schlechter Esser bin.“ Verfechter der alternativen Ernährung argumentieren, dass man auch vegan lecker essen kann. Das mag sein, aber die Geschmäcker sind eben verschieden. Ein anderer Aspekt ist, dass Menschen nun einmal als biologische Wesen durch einen langen Evolutionsprozess für die omnivore Ernährungsweise eingerichtet sind. Pflanzenfresser haben ein dafür ausgelegtes Magen- und Darmsystem. Wiederkäuer, wie Rind, Schaf, Ziegen, Rehe usw. würgen die gefressenen Pflanzen wieder hoch und kauen sie noch einmal. Hasen und Kaninchen fressen sogar den eigenen Kot, um alle wichtigen Inhaltsstoffe zu nutzen. Das sind zwei Verhaltensweisen, die für den Menschen wohl eher nicht in Frage kommen. Reine Fleischfresser, wie katzen- und hundeartige Tiere haben einen kurzen Verdauungstrakt, während Omnivore einen mittelmäßig langen Darm haben. Der Mensch gehört biologisch zu den Letzteren und braucht Nahrung aus Pflanzen und tierischen Produkten. Ja, der Mensch kann sich auch vegan ernähren, wenn man die zu erwartenden Mangelerscheinungen, die durch Defizite an Eisen, Vitamin B12 usw. entstehen, mit Nahrungsergänzungsstoffen aus der Pharmaindustrie supplementiert. Optimal ist das trotzdem nicht. Für Kleinkinder und Ungeborene kann es sogar gefährlich sein. Wir sollten froh sein, dass genügend tierische Produkte zur Verfügung stehen. Die Akzeleration, die im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts einen Höhepunkt erreichte, ist überwiegend auf eine bestmögliche Ernährung zurückzuführen, die wir durch Nutzung tierischer Produkte erreichen. Es wird gern behauptet, dass die fleischlose Ernährung gesünder sei. Unbestritten ist, dass zu viel tierische Fette in der Nahrung zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle führen. Der Genuss von rotem Fleisch soll zu vermehrtem Darmkrebs führen. Das sei statistisch erwiesen. Aktuell haben Wissenschaftler der Universität Oxfort Gruppen von Menschen untersucht, die sich unterschiedlich ernähren. Es waren 64.000 Probanden involviert. In einer Gruppe ist die Darmkrebshäufigkeit um 30 Prozent erhöht. Das ist signifikant. Es ist die Gruppe der Veganer! Was stimmt denn nun? Beim Thema Ernährung und Gesundheit wiegen wir uns allzu oft in Gewissheiten, die aber keine sind.   Tiere als Mitgeschöpfe   Veganer und Vegetarier haben gute Argumente. Wer eine Katze oder einen Hund hat, weiß, dass höher entwickelte Tiere Seelen haben, die den menschlichen weitgehend gleichen. In Mitteleuropa sind Hunde und Katzen vor der menschlichen Esslust geschützt. Man isst sie in unserem Kulturkreis nicht. Aber Schweine, Rinder und Schafe, sowie Wild und Geflügel essen wir schon, zumindest die meisten von uns. Bei diesen Tieren ist die Seelenverwandtschaft zum Menschen nicht so offensichtlich, aber sie ist doch vorhanden. Daraus nährt sich die Einstellung, dass man sie für den Verzehr nicht töten dürfe. Ein Motiv, auf Milch und Milchprodukte zu verzichten, ist Mitleid mit milchliefernden Muttertieren. Denen wird tatsächlich nach der Geburt das Kalb bzw. das Lamm weggenommen, was seelisches Leid verursacht. Diesen aus Empathie mit den Tieren geborenen Argumenten der Veganer und Vegetarier ist Respekt zu zollen. Es stellt sich die Frage, ob Veganer und Vegetarier die besseren Menschen sind. Eindeutig nein! Auch Adolf Hitler war Vegetarier. Und müssen   Christen Veganer sein? Wieder nein. Es gibt in der Bibel viele Stellen, die das Fleischessen regeln, aber es ist kein generelles Verbot dabei, sondern das Gegenteil: „Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut

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