Dienstag, September 21, 2021
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Warum das Magdeburger Bauunternehmen Schrader Haus Aktive und Gemeinschaften aus der Region unterstützt.

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Warum das Magdeburger Bauunternehmen Schrader Haus Aktive und Gemeinschaften aus der Region unterstützt. | Von Rudi Bartlitz

Wenn Mike Schrader von seinem Schreibtisch den Blick nur ein wenig nach rechts wendet, hat er einen erstklassigen Blick über weite Teile Magdeburgs. Was er da aus dem siebten Stock des Büros in der Nachtweide sieht, erfüllt den Bauingenieur sicherlich zu Recht mit Stolz: In vielen Ecken der Landeshauptstadt sind mittlerweile Häuserzeilen und kleine Wohnparks auszumachen, die seine und die Handschrift seiner Firma tragen: der Schrader Haus GmbH. 80 Häuser zieht das Familien-Unternehmen inzwischen pro Jahr hoch. Der studierte Bauingenieur, der als geschäftsführender Gesellschafter fungiert, kann viel erzählen über Planung, Erschließung und den Verkauf von Grundstücken. Hinzu kommen 500 bis 600 Baugrundstücke, die sein Betrieb betreut. „Wir sind eben ein klassischer Bauträger“, sagt er.

Wenn Schrader auf das Thema Sponsoring zu sprechen kommt, muss man schon ganz genau hinhören, um den Übergang vom eigentlichen Fachgebiet zu erkennen. Für ihn scheint die Unterstützung von Vereinen nicht nur ein Teil seines Jobs, sondern (fast) die normalste Sache der Welt zu sein. „Wir sponsern vom ersten Tag der Unternehmensgründung im Jahr 2008 an“, erklärt er. Den Kreis derer, die von der Unterstützung durch Schrader Haus profitieren, weiß er spontan gar nicht exakt zu benennen. „Das haben wir gleich“, meint der 52-Jährige und kehrt aus dem Nebenzimmer mit einem dicken Aktenordner unter dem Arm zurück. Darin sind fein säuberlich Verträge und Vereinbarungen mit weit mehr als einem Dutzend Gemeinschaften abgeheftet. „Wir wenden heute etwa drei Prozent unseres Umsatzes fürs Sponsoring auf“, fügt er hinzu. Eine erstaunliche Zahl, wenn man weiß, dass andere Unternehmen eigenen Angaben zufolge etwa ein Prozent ihres Umsatzes für derartige Aktivitäten zur Verfügung stellen.

Sportsponsoring, und da vor allem im Kinder- und Jugendbereich, steht bei Schrader Haus obenan. Sagt der Chef. Dabei konzentriere man sich auf die Förderung und Unterstützung von Gemeinschaften aus der Region. Neben dem 1. FCM, wo Schrader Haus den Status eines Gold-Partners hat, gehören dazu unter anderem Fortuna Magdeburg, der MSV Preussen, der FSV Barleben und der VfB Ottersleben. Ein wenig anders verhält es sich bei den Handballern des HSV Magdeburg und den Kanuten von Blau-Weiß Niegripp. „Bei den Handballern, bei denen wir Hauptsponsor sind, gehören meine Frau Susann (sie ist als Prokuristin für die Finanzen zuständig, d. Red.), mein Sohn Niclas (studiert Bauwesen und soll später einmal die Firma übernehmen) und ich zu den Gründungsmitgliedern und arbeiten im Vorstand mit.“
Eigene sportliche Aktivitäten, da ist der Fußball- und Handball-Liebhaber und bekennende Bayern-München-Fan kompromisslos ehrlich, kommen bei ihm zu kurz: „Erstens lässt der Job wenig Zeit. Und sich nach der Arbeit noch einmal aufzuraffen – da bin ich, offen gesagt, zu faul für. Eine Runde mit dem Hund spaziergehen, darauf beschränkt es sich heute meist.“ Es sei denn, er holt sein Kanu heraus. Mit Wohnort Niegripp und der nahen Elbe sicherlich eine verlockende Idee. Als Jugendlicher war der gebürtige Barbyer sportlich sogar als Kanute unterwegs. „Aber nach dem Abitur ging das nicht mehr – Armee, Studium. Man kennt das ja …“ Nichtsdestotrotz: Mit einer Reihe von Magdeburger Sport-Heroen verbindet Schrader heute mehr als eine normale Sponsor/Sportler-Beziehung. Wovon nicht nur Plakate und Fotos im Office zeugen: Michael Jahn, Martin Wierig, Andreas Rojewski, Christian Beck, Michael Damgaard, Fabian van Olphen, Matthias Musche. „Mit einigen bin ich sogar privat befreundet.“

Redet man mit Schrader über Motive für Sponsoring, schaut er zunächst wieder ein wenig ungläubig. „Für uns als Unternehmen, das in und um Magdeburg herum baut, ist es selbstverständlich, dass wir der Region, in der wir tätig sind, etwas zurückgeben. Das tun wir durch Sponsoring. So mancher Verein ist auf Hilfe von außen einfach angewiesen. Wichtig ist: Wir sponsern nur in Magdeburg und im Umland. Ein anderes Beispiel, wo wir helfen, ist beispielsweise das Magdeburger Peace-Monument, wo wir kos-tenfrei die Bauvorbereitungen übernommen haben.“

Etwas bedauert der Schrader-Haus-Chef indes sehr: dass in Sachsen-Anhalt tätige Großfirmen, die ihren Sitz außerhalb des Landes haben, „hier wenig bis gar nichts machen. Sie beschäftigen zwar Leute, das ist gut, für die Breite tun sie aber fast nichts. Da sind wir Magdeburger sozusagen auf uns selbst gestellt. Deshalb sind die Sponsoring-Aktivitäten von hiesigen Unternehmen wie Humanas, FAM oder der Wobau nur zu würdigen. Oder: Was ein Dr. Gerhold (Getec-Gesellschafter, d. Red.) für die Stadt tut, finde ich schon sehr außergewöhnlich.“

Die Unterstützung kultureller und anderer Dinge laufen bei Schrader Haus sozusagen „nebenher“. Da helfe man, wenn es möglich ist. „Oder wenn kurzfristig Hilfe benötigt wird. Das geht oft auch ohne einen Extra-Vertrag. Da reden wir nicht viel drüber.“ Sollte an einer Stelle allerdings doch getan werden. In diesem Fall geht es speziell um die Kinder-Tafel in Zerbst. Die stand plötzlich ohne Dach überm Kopf da, wusste nicht mehr, wohin. Schrader erfuhr davon – und kaufte kurzerhand eine alte Schule und ließ diese, ganz Bauunternehmer, für die Tafel herrichten: „Sie zahlen jetzt nur noch die Nebenkos-ten.“

Apropos Kosten. Die Pandemie ging auch am Unternehmen Schrader Haus nicht spurlos vo-rüber. Wobei das wahrscheinlich noch reichlich untertrieben ist. „Das hat uns geschadet, richtig Geld gekostet und Spuren hinterlassen“, bekennt der Geschäftsführer. Er müsse lügen, sagt er, wenn er behaupte, das alles gehe spurlos am Sponsoring vorbei. „Ein bisschen verhaltener ist es schon geworden“, räumt er ein. Mancher erwogene neue Vertrag müsse im Lichte von Corona „neu überdacht werden“. Nicht ohne zu versichern: „Alle Kontrakte, die wir eingegangen sind – ob sie nun über ein, zwei oder drei Jahre laufen – werden selbstverständlich erfüllt.“

Eine der Fragen, die im heutigen Sponsoring immer wichtiger zu werden scheinen, ist die nach der Gegenleistung der Geförderten. Dazu existieren im modernen Hochleistungssport inzwischen von Scharen von Juristen ausgearbeitete umfangreiche Vertragswerke. Sie definieren penibel bis ins Kleingedruckte, wer was darf und wer wann etwas zu tun hat. Den Chef des Magdeburger Bauunternehmens ficht Derartiges kaum an. Im Prinzip erwarte er von denen, die er fördert, „keine Gegenleistung“. Fügt aber freilich hinzu: „Natürlich ist es schön, wenn der Schriftzug oder das Logo unseres Betriebes irgendwo zu sehen ist.“ Von der Anwesenheit von Sportlern bei Firmenevents und ähnlichem hält er ebenfalls nicht allzu viel. „Ich freue mich, wenn sich die Sportler freuen. Das reicht.“ Grenzt das nicht zuweilen schon an Mäzenatentum? Schrader zuckt mit den Schultern. Sein Blick scheint zu fragen: Und wenn es so wäre?

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