Freitag, Juli 1, 2022
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Wenn „Beate Braune“ aus Olvenstedt in der Zwickmühle Kabarett macht

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Sie ist die Beate Braune in der Kultserie „Olvenstedt probiert’s“, überzeugt beeindruckend als Marlene Dietrich in „The Kraut” ebenso wie als Mephisto im „Faust“, spielt an der Seite von Jörg Schüttauf in „Abraham“ und begeistert in der Inszenierung „Miss Lenya, please”: Susanne Bard ist facettenreich, bekannt und beliebt sowohl als Schauspielerin als auch als Sängerin. Künftig wird sie zudem auf der Kabarett-Bühne zu erleben sein: ab Februar an der Seite von Hans-Günther Pölitz in „Wir stärken unsre Schwächen“.

Um allen Spekulationen vorzubeugen: Nein, Marion Bach verlässt die Zwickmühle nicht. Im Gegenteil. Sie ist derzeit in mehreren Programmen des Magdeburger Kabaretts zu erleben – und probt zudem für ein weiteres:

Mit „Geld oder Hiebe“ kommt ein neues „Frauenprogramm“ mit Heike Ronniger auf die Bühne (Premiere: 24. März). Das heißt für die engagierte Kabarettistin, im Prinzip jeden Tag auf der Bühne zu stehen, neben zusätzlichen Proben. „Wir haben überlegt, wie wir Marion entlasten können“, erklärt Zwickmühlen-Chef Hans-Günther Pölitz. Doch wie bzw. mit wem? „Zum Glück gibt es eine Susanne Bard“, freuen sich die Zwickmühler, eine großartige Künstlerin. Denn gerade so ein Kabarettstück „lässt sich nicht mit jeder machen“. Kabarett hat mit Haltung zu tun, betont Pölitz, „wenn man die nicht hat, wird es schwer“. Susanne Bard hat. Kabarett kommt schließlich aus linkem Bewusstsein, und das ist der engagierten Schauspielerin wichtig.

Sichtbaren Rechtstrends in der Gesellschaft gilt es etwas entgegenzusetzen. Insofern passt diese neue Rolle. Auch wenn Zeit für sie ebenfalls knapp ist, gibt sie doch Gastspiele landesweit und im deutschsprachigen Ausland. Auf ihren Kabarett-Ausflug freut sie sich. Eine Umstellung wird es dennoch für die Bard – von der eher Schauspiel/Comedy-Prägung wie bei „Olvenstedt probiert’s“ aufs Kabarett, und sie muss sich jenseits sonstiger Rollenpsychologie einfügen in ein bestehendes Programm. Das soll inhaltlich kein anderes werden. Eine Umstellung erfolgt jedoch im Umgang. Schließlich kennen sich Marion Bach und Hans-Günther Pölitz seit langem, sind längst beim freundschaftlichen Du und das wirkt sich auch aufs gemeinsame Bühnenspiel aus. Jetzt begegnen sich andere Persönlichkeiten. Die sind „per Sie“. Das macht das Ganze auch glaubhafter, betont Pölitz. „Das Publikum merkt sofort, wenn es nicht ehrlich gemeint ist“. Eine Umstellung wird es ebenfalls für Marion Bach – ihren Part auf der Bühne zu sehen. „Jetzt kann ich es mir vom Zuschauerplatz aus ansehen“, sagt sie. Wenn Zeit dazu bleibt. Denn im großen und ganzen, so betonen alle, bleibt die Marion auf ihrem Stammplatz und wird erfrischt an Pölitz’ Seite auch künftig ihre Frau stehen, wenn es heißt „Wir stärken unsre Schwächen“. Birgit Ahlert

Bildunterschrift: Neu an der Seite von Marion Bach (l.) und Hans-Günther Pölitz ist Susanne Bard ab diesem Monat in der Magdeburger Zwickmühle zu erleben. Premiere ist am 11. Februar, 20 Uhr.

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