Wohnen und Pflegen Magdeburg: Haus Budenberg

Das Haus Budenberg der Wohnen und Pflegen Magdeburg gGmbH ist eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in der Landeshauptstadt. Die Wurzeln des Ende des 19. Jahrhunderts im Stadtteil Buckau errichteten Hauses sind auch heute noch deutlich hör- und sichtbar. Zum einen ist natürlich der Name Budenberg fest mit der Einrichtung verbunden. Zum anderen erinnert ein Mausoleum im Garten des heutigen Pflegeheimes an den Ursprung des Hauses. Die Geschichte der Wohnen und Pflegen gGmbH ist noch verhältnismäßig jung. 2007 gegründet, gehören sieben Einrichtungen sowie ein mobiler Pflegedienst zum Unternehmen. Mit Haus Salbke befindet sich das achte Haus derzeit im Bau. Doch zwei Gebäude haben bereits eine lange Geschichte hinter sich – das 1897 eröffnete Haus Peter Zincke in Sudenburg und das bereits erwähnte Haus Budenberg, das 1885 in Buckau errichtet wurde.

Das sogenannte Asylhaus – im selben Jahr gegründet wie die Budenbergstiftung – war damals für verdiente Arbeiter der Fabrik von „Schäffer und Budenberg“ gebaut worden. Personen, die 25 Jahre ununterbrochen in der Fabrik tätig gewesen waren, besaßen bis an ihr Lebensende kostenlos Wohnrecht für sich und ihre Gattin. „Die Menschen, die in der Fabrik auf dem heutigen Messma-Gelände an der Schönebecker Straße gearbeitet haben, sollten hier in Ruhe ihren Lebensabend verbringen“, erzählt Xeniya Kolisnychenko, Pflegedienstleiterin im Haus Budenberg. Christian Friedrich Budenberg (1815-1883), Kaufmann, Unternehmer und Königlicher Kommerzienrat, wurde vor allem durch die Herstellung von Plattenfedermanometern bekannt. „Soweit ich weiß, war das Unternehmen bei mehreren Weltausstellungen vertreten und wurde in Paris für das Plattenfedermanometer mit einer Goldmedaille ausgezeichnet“, schildert die Pflegedienstleiterin.

Unter dem Namen „Schaeffer & Budenberg Maschinen- und Dampfkesselarmaturenfabrik“ ließ sich das Unternehmen 1859 in Buckau nieder. Es folgten ständige Erweiterungen der Fabrik und Gründungen internationaler Zweigstellen – u. a. in Manchester, New York, Stockholm, St. Petersburg und Zürich. Unweit der Fabrik befand sich auch das Wohnhaus der Eheleute Christian Friedrich und Caroline Budenberg (1817-1884), die sogenannte Villa Hügel (heute Villa Budenberg), in dessen direkter Nachbarschaft das heutige Haus Budenberg gebaut worden war. Das Heim hatte Caroline im Gedenken an ihren Ehemann gestiftet und zeitgleich mit diesem Gebäude wurde in dessen Garten ein Mausoleum für die Eheleute Budenberg errichtet.

Dieses schmückt auch heute noch den Garten der Pflegeeinrichtung. „Vor allem in der warmen Jahreszeit, wenn hier alles grünt und blüht, fühlt man sich im Außenbereich wie in einem Feenwäldchen. Und das Mausoleum ist eine wundervolle Bereicherung“, meint Xeniya Kolisnychenko. Seit 1988 steht der Kuppelbau im Stil der Neorenaissance unter Denkmalschutz. Wer den von Säulen umrahmten Eingang hinter sich lässt, trifft im Inneren des Mausoleums auf die Büsten von Chris- tian Friedrich und Caroline Budenberg. Dazwischen wacht eine Trauernde auf einem Sockel über die Totenruhe, denn hinter der Statue führt eine Treppe hinunter in die eigentliche Grabkammer.

2017 wurde der Sakralbau restauriert und nun soll auch die Pflegeeinrichtung einer Generalüberholung unterzogen werden. Die 48 Bewohner des Hauses Budenberg werden für die Zeit der Kernsanierung im neuen Haus Salbke und auch in den anderen Einrichtungen des Unternehmens untergebracht. „Das wird eine interessante Herausforderung, aber ich denke, wir haben für unsere Bewohner und für unsere Mitarbeiter gute Wege und Möglichkeiten gefunden“, sagt Pflegedienstleiterin Xeniya Kolisnychenko.  Tina Heinz

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