Dienstag, Juli 5, 2022
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Wohnen und Pflegen: Umziehen, sanieren…

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Langsam lehnt sich Lucas Finke in seinem Bürostuhl zurück und atmet tief durch. Im Haus Mechthild der Wohnen und Pflegen Magdeburg gGmbH, als dessen Einrichtungsleiter er tätig ist, geht der Alltag momentan nicht seinen gewohnten Gang. Das liegt jedoch nicht, wie man vermuten könnte, an den Auswirkungen der Coronakrise. „Natürlich geht das alles nicht spurlos an uns vorüber. Es gibt bestimmte Regeln zu beachten und nach wie vor herrscht Besuchsverbot für die Angehörigen, was für die Bewohner unserer Pflegeeinrichtung nicht einfach ist“, schildert Lucas Finke. „Aber an unseren Arbeitsabläufen hat sich nichts geändert und wir haben bereits vor der Ausbreitung des Virus‘ zum Schutz unserer Bewohner alle erforderlichen Maßnahmen erfüllt und werden auch weiterhin unsere Pflicht tun, um die Menschen hier zu schützen.“ Vor allem seinen Mitarbeitern sei er dankbar. „Sie machen einen großartigen Job und geben sich viel Mühe bei der Betreuung der Pflegebedürftigen – da wird auch mal ein Video-Chat via Smartphone ermöglicht, damit die Bewohner ihre Angehörigen zumindest auf diese Weise sehen können.“

Dass es in diesen Tagen etwas ungeordneter zugeht als sonst, hängt also weniger mit der Coronakrise als mit den derzeit stattfindenden Sanierungsarbeiten im Haus Mechthild zusammen. „Die Sanierung war schon lange geplant und hat Ende Februar begonnen“, erklärt Lucas Finke, der die Einrichtung seit April 2019 leitet – ebenfalls seit vergangenem Jahr zum Führungsteam gehören Pflegedienstleiterin Stefanie Tiede und Finanzsachbearbeiterin Yvonne Febrow. Zwei Wohnbereiche konnten bereits fertiggestellt werden. Dort wurden in den Fluren und den Zimmern die alten Bodenbeläge entfernt und neue verlegt, die Wände und Decken gestrichen sowie die Bäder komplett saniert.

Möglich ist dies, weil die Pflegeeinrichtung derzeit nicht voll ausgelastet ist. „Daher konnten wir die Wohnbereiche zusammenlegen, sodass ein Wohnbereich nun leer steht. Dieser wurde als ers-ter saniert und nach der Fertigstellung konnten die Bewohner aus einem anderen Bereich in den neu sanierten Bereich umziehen. Und so geht es weiter, bis wir komplett fertig sind“, schildert Lucas Finke. Nebenbei wird auch das Außengelände auf Vordermann gebracht – Arbeiten, die im Frühjahr eben notwendig sind. „Obwohl es zunächst gut voranging, haben sich inzwischen doch die Corona-bedingten Einschränkungen bemerkbar gemacht. Deshalb wird es vermutlich noch bis Herbst dauern, bis die Maßnahmen abgeschlossen sind.“

So begleiten die Modernisierungsarbeiten die derzeit 56 Mitarbeiter und 70 Bewohner im Alltag. Sobald alles fertiggestellt ist, soll die Zahl der Bewohner nach und nach wieder auf 96 steigen und die Zahl der Mitarbeiter wird dann ebenfalls erhöht. „Bereits ab Juni werden wir zehn weitere Fachkräfte und zusätzliche Hilfskräfte einstellen“, so der Einrichtungsleiter. „Denn am 1. Juni wollen wir mit der Intensivpflege im Wohnbereich 1 starten, der ebenfalls saniert und zu diesem Zweck auch neu möbliert wird.“ Die Nachfrage nach Intensivpflegeplätzen sei seitens der Kliniken und Krankenkassen hoch. Wer in diesem Bereich arbeiten möchte, muss eine zusätzliche Ausbildung zur Fachkraft für außerklinische Beatmung absolvieren. „Intensivpflege bedeutet, dass man sich um Wachkomapatienten und beatmungspflichtige Patienten sorgen muss – dafür gibt es strenge Richtlinien, weshalb eine zusätzliche Qualifikation nötig ist“, erklärt Lucas Finke. Acht Einzelzimmer werden ab Juni im Haus Mechthild für die Intensivpflege zur Verfügung stehen.  Tina Heinz

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