WuP: Zusammenhalt wie in einer Familie

Vom ersten Tag an habe sie sich willkommen gefühlt, erzählt Lara. Der positive Eindruck, den das Haus Reform der Wohnen und Pflegen Magdeburg gGmbH von außen vermittle, bestätige sich auch, sobald man das Gebäude betrete und Mitarbeiter sowie Bewohner kennenlerne. Chantal nickt zustimmend und beide unterstreichen ihre Zufriedenheit mit einem Lächeln. Die zwei 18-Jährigen haben am 3. August 2020 gemeinsam mit Nicole, Mohamed und Leon ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft im Haus Reform begonnen. Insgesamt sind bei der Wohnen und Pflegen Magdeburg gGmbH 35 Azubis in ihr erstes Lehrjahr gestartet. „Wir freuen uns, dass das Interesse in diesem Bereich so groß ist“, sagt Stefanie Stahl, Einrichtungsleiterin des Hauses Reform. „Allein unsere Azubis stellen zwei Klassen an den Berufsbildenden Schulen ‚Dr. Otto Schlein‘.“

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Die 35 Nachwuchskräfte gehören zum ersten Jahrgang, der eine sogenannte generalistische Pflegeausbildung absolviert. „Das Pflegeberufereformgesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist, sieht das so vor“, erklärt Stefanie Stahl. „Bislang musste man sich vor dem Beginn seiner Ausbildung entscheiden, ob man im Alten-, im Kranken- oder im Kinderkrankenpflegebereich tätig sein möchte. Jetzt gibt es diese einheitliche Pflegefachkraftausbildung.“ Diese dauert – wie bislang auch – drei Jahre und der theoretische Unterricht findet an Pflegeschulen, die praktische Ausbildung in mehreren Einrichtungen mit unterschiedlichen Pflegebereichen statt. In den ersten zwei Jahren ist die Ausbildung für alle gleich. Die Teilnehmer entscheiden sich danach für eine Spezialisierung – entweder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege. Nach dem erfolgreichen Abschluss der generalistischen Ausbildung sind die Azubis schließlich Pflegefachfrau oder Pflegefachmann.

Die fünf Azubis im Haus Reform stehen noch am Anfang des Weges, aber schon jetzt ist für sie klar, wohin dieser führen wird. „Mein Freiwilliges Soziales Jahr und auch ein Praktikum habe ich bereits im Bereich der Altenpflege absolviert und daher fiel mir die Entscheidung für diese Ausbildung ziemlich leicht“, erklärt Chantal und fügt an, dass sie Respekt vor den Aufgaben habe, die sie im Laufe ihrer Lehrjahre erwarten. „Aber ich bin mir sicher, dass ich mit diesen Aufgaben wachsen kann und dass das Team für mich da ist, wenn ich mal Hilfe benötige.“ Nicole, die vorher in einer Klinik gearbeitet hat und ihre Ausbildung berufsbegleitend bei der Wohnen und Pflegen Magdeburg gGmbH absolviert, nickt zustimmend. „Das Team steht immer hinter dir. Der Zusammenhalt hier ist großartig – wie in einer Familie.“

Lara hatte eigentlich andere Pläne für ihre Zukunft. „Ich wollte zur Polizei, habe mich aber aufgrund eines kaputten Sprunggelenks dagegen entschieden. Bei einem Praktikum und einem Ferienjob im Haus Reform habe ich dann gemerkt, wie gern ich mit älteren Menschen arbeite“, schildert die 18-Jährige. Und auch Leon, der ursprünglich Koch werden wollte, war bei einem Praktikum in der Küche der Einrichtung auf den Pflegeberuf aufmerksam geworden und hatte sich umentschieden. „Das ist natürlich eine wichtige Voraussetzung – die Leidenschaft für diese Arbeit, Empathie und Mitmenschlichkeit“, sagt die Einrichtungsleiterin. „Wenn man nicht mit Herz dabei ist, braucht man diesen Beruf nicht zu erlernen.“ Und Stephanie Stahl ist sich sicher, dass „ihre“ Auszubildenden für den Job brennen.

Drei Mentoren begleiten im Haus Reform die Berufsanfänger und Quereinsteiger. „In den ersten Tagen müssen sie Strukturen, Bewohner und Mitarbeiter kennenlernen“, so Stefanie Stahl. Mitlaufen und helfen ist angesagt. Sobald in der Schule der erste Theorieblock absolviert wurde, können sich die Azubis mit ihren Mentoren absprechen, um das Gelernte in der Praxis anzuwenden. „Es wird niemand alleingelassen. Da wir hier unterschiedliche Charaktere vereint haben, müssen wir auch auf jeden anders eingehen“, meint die Einrichtungsleiterin. „Das ist bei den Bewohnern so und das gilt auch für die Azubis.“  Tina Heinz

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