Zeitreise: Breiter Weg 134

Auf mehr als zwei Kilometern Länge galt der erstmals im Jahr 1207 erwähnte Breite Weg bis zur Zerstörung 1945 als eine der schönsten Barockstraßen Deutschlands.

Zu einem der prunkvollen Bauwerke gehörte auch das Gebäude auf dem Grundstück Breiter Weg 134. Das auch als Brauhaus „Zu den drei Engeln” benannte Domizil beherbergte von 1794 bis 1876 im Hintergebäude das „National-Schauspielhaus”. Der Zugang erfolgte über das Hauptgebäude – praktischerweise durch die Gastwirtschaft. Die Zuschauerplätze waren halb- kreisförmig und amphitheatrisch angeordnet und boten bequem 300 Personen Raum. Über den Plätzen liefen ringsum die Hauptlogen. Darüber waren die Logen des zweiten Ranges angeordnet, deren Brüstung auf altdorischen Säulen ruhte. Der dritte und letzte Platz – auch als Galerie bezeichnet – wurde ebenfalls von Säulen getragen und bot beste Sicht auf die doch große Bühne. Der Zuschauerraum war opulent ausgestattet und glänzte zeitgemäß mit Blattgold, Stuck und Brokat. 1851 erfolgte ein Umbau des Vorder-, 1860/ 63 ein Umbau des Schauspielhauses. Die Front des Vorderhauses am Breiten Weg, ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, war mit Theateremblemen geschmückt (Abbildung links aus dem 19. Jahrhundert). Nachdem 1876 das Stadttheater in das neue Theatergebäude am Hauptbahnhof umgezogen war, wurde das alte Gebäude als Turnhalle genutzt. Im April 1948 wurde eine einsturzgefährdete Fassade gesprengt. Im November 1949 erfolgte der restliche Abbruch.

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