Donnerstag, Juni 30, 2022
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Zeitreise Breiter Weg 139 -140

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Wollte man Anfang des 20. Jahrhunderts in Magdeburg groß ausgehen, das Vereinsleben auskosten oder mal einen Kaffee mit Sahnetorte genießen, kam man am „Café HOZO” nicht vorbei. Das Gesellschaftshaus „Hohenzollern” bot in seinen Glanzzeiten neben dem Café-Betrieb ein Weinrestaurant mit gutbürgerlicher Küche, eine Bühne für „heitere Künstlerspiele mit nur erster Besetzung und Schrammeltrio” sowie Vereinsräume und Festzimmer für Versammlungen, Hochzeiten oder das sonntägliche „Kränzchen”. Das Grundstück Breiter Weg 139 und 140 gehörte bis ins 16. Jahrhundert zum Franziskanerkloster. Die ab 1529 als evangelische Stadtschule genutzten Klostergebäude wurden am 14. Oktober 1551 abgerissen. Auf der Nummer 139 stand ein Wohnhaus, das vor 1631 dem Buchhändler Johann Francke gehörte. 1650 kaufte der Gastwirt Christoph Mumme beide Grundstücke, der bis 1655 seinen „Mummenhof” errichtete, später als Gasthof „Zu den heiligen drei Königen” bekannt. 1893 erfolgte unter dem Architekten Georg Banse, bereits 1887 als Eigentümer genannt, ein Umbau des viergeschossigen Wohn- und Geschäftshauses. Die abgestumpfte Ecke zur Großen Schulstraße wurde durch einen Runderker mit Turmspitze betont. Drei Fensterachsen am Breiten Weg waren durch Erker, Balkone und neobarocke Giebel hervorgehoben. Während der Novemberrevolution 1918 missglückte am 8. November eine Plünderung des Cafés Hohenzollern. Eigentümer des Hauses waren 1914 und bis zu seinem Tod im September 1919 der Cafetier Wilhelm Kröpcke aus Hannover, 1925 der Cafetier C. Schmülling und F. H. Schmülling, 1938 die R. Karstadt AG sowie 1940 die „Kepa” AG mit Sitz in Berlin. Anfang Februar 1949 wurde im Zuge der Gefahrenbeseitigung loses Mauerwerk an dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude entfernt. Die Kosten beliefen sich auf 67,50 DM.

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