ZEITREISE: Breiter Weg 141

Die Baugeschichte der Gebäude auf dem Grundstück Breiter Weg 141 lassen sich bis Anfang des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Zu jener Zeit gehörte das Haus dem Kämmerer Ebeling Alemann, der 1543 starb. Um 1530 befand sich hier die Druckerei des Buchdruckers Michael Lotther. 1550/51 gehörte das Haus dem Kämmerer Moritz Alemann. Um 1560 ging das Haus in den Besitz der Kaufleute-Brüderschaft über, die sich von der Seidenkrämerinnung abgespaltet hatte und 1568 zuerst erwähnt wurde. Sie besaß das Grundstück bis zur Aufhebung der Innung 1810. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, bewirtschaftete es ab 1648 wieder die Kaufleute-Brüderschaft, und braute hier Bier. Zu jener Zeit erhielt es auch den Beinamen Brauhaus „Zum Lindwurm”.

Der Hausstein, der einen „Lindwurm“ – ein schlangen- oder drachenartiges Fabelwesen – darstellte, befindet sich heute an einem Haus in der Jean-Burger-Straße. Ab dem 20. September 1891 befand sich auf dem Breiten Weg 141 und im nebenan gelegenen Breiten Weg 142/143 das Damen- und Kinder-Konfektionsgeschäft von Otto Klavehn (Foto unten Anfang 20. Jahrhundert). Nach dessen Tod am 25. April 1921 übernahm sein Sohn, der Kaufmann und Rittergutsbesitzer Werner Klavehn das Geschäft. 1912 wurde das alte zweigeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit zwei zweigeschossigen Zwerchhäusern durch ein zweigeschossiges Geschäftshaus mit einem angedeuteten Eckturm mit Mansarddach ersetzt (Foto oben). Die Fassade wurde 1928 geändert. Im Haus befanden sich die Kammerlichtspiele mit 1342 Plätzen.

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