Zeitreise: Breiter Weg 144-145

Bis um 1700 war das Haus auf dem Grundstück Breiter Weg 145, auch als Brauhaus „Zum grauen Wolf” bezeichnet, in gemeinsamen Besitz mit dem Grundstück Breiter Weg 144 und reichte durch bis zur Stiftstraße. Da beide Häuser gemeinsamer Besitz waren, wurden sie auch „Zu den beiden grauen Wölfen” genannt. 1631 war der Gewandschneider Martin Parmann Besitzer. Er verkaufte 1633 das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Haus für 300 Taler an den Gewandschneider Stephan Lentke. Das Gewandschnittrecht, das zum Hause gehörte, wurde noch 1671 geführt. Bis 1834 lässt sich in den Bauakten nachvollziehen, dass sich hier ein Tuchladen befand. 1834 erfolgte ein Neubau. 1906/07 wurde das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit Satteldach und Fledermausgaube mit dem nebenan errichteten Neubau Breiter Weg verbunden und der Laden im Erdgeschoß umgebaut. Das Haus wurde 1945 zerstört und brannte ab. Später wurde das Erdgeschoss wiederhergerichtet, Wiederaufbaupläne in den ersten Nachkriegsjahren allerdings nicht verwirklicht. Bis 1949 erfolgte die Beseitigung der erheblichen baulichen Schäden und die teilweise Wiederherstellung. Im Haus waren weiterhin die Eisenwarenhandlung F. W. Wolff sowie das Pelzhaus Wolter ansässig. 1950 wurde J. W. Wolff, Inhaber der Eisenwarenhandlung, als Eigentümer genannt. Der Abriss erfolgte im Zuge der Neubebauung des Nordabschnitts der damaligen Karl-Marx-Straße (heute Breiter Weg in Höhe der Julius-Bremer-Straße) in den 1960er Jahren.

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