Zeitreise Breiter Weg 146

Der Breite Weg als Magdeburgs Prachtmeile zog im letzten Jahrhundert stets die Elbestädter und Besucher an, um sich hier an den Schaufenstern die Nasen platt zu drücken. Als Marktblick dienten den Händlern die Auslagen, um der werten Kundschaft die Angebote und Dienstleistungen zu offerieren. Auch das Haus Breiter Weg 146 – auch als Brauhaus „Zum weißen Bracken” (1632 so genannt), Anfang des 18. Jahrhunderts „Zum weißen Hündchen”, auch „Zum weißen Hunde”, im 19. Jahrhundert „Zum 10. Mai” benannt – zählte zu den Kaufhäusern in bester Lage. Als Brauhaus diente das Haus nur bis um 1650, dann wurde das Braurecht auf Breiter Weg 144 übertragen. Das Haus besaß außerdem auch ein Gewandschnittrecht. Aussagen zur Baugeschichte des viereinhalbgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses sind nicht möglich, da die Bauakte als vernichtet gilt. Es findet sich nur der Hinweis, dass die Fassade Anfang der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts farbig gestaltet war. Zum Haus gibt es eine Episode, die die Bauordnung zur Zeit des Alten Dessauers widerspiegelt: „Das Haus war mit lebendigen Farben und aller Art von Landschaftsstücken, wie man sie außerhalb der Stadt nur wünschen kann und zu sehen verlangt, mit sehr vielem Fleiße gemalt”. Allerdings musste auf Befehl des Gouverneurs Fürst Leopold die Farbe wieder herunter und die Fassade in Gelb und Weiß angestrichen werden, damit es in die Häuserflucht des damaligen Breiten Weges passte. Das Haus brannte bei dem Bombenangriff 1945 vollständig aus und wurde zum größten Teil zerstört. Der Abbruch gefahrdrohender Teile wie Hausfront und Brandgiebel erfolgte etwa im September 1946.

Vielleicht gefällt dir auch