Zeitreise Breiter Weg 156 in Magdeburg

Seit seiner Ersterwähnung 1207 zählt der Magdeburger Breite Weg zu den wichtigsten Handelsstraßen im Mittelalter. Das Bild der Straße wandelte sich im Laufe der Zeiten – Brände, Kriege und neue Verkehrsströme hinterließen im Laufe der Jahrhunderte Spuren in der „Vorzeige-Straße“. Das Haus Breiter Weg 156, bezeichnet als Haus „Zum goldenen Weinfaß”, kann eine wechselhafte Geschichte aufweisen. Das Fass befand sich bis zur Zerstörung 1945 über dem Eingang in der anliegenden Weinfaßstraße. Zerstört wurde es in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges beim Stadtbrand 1631. Der Gastwirt Hans Metzel, errichtete auf der Brandstätte ein hölzernes Häuslein. 1716 kaufte das Grundstück der Bürgermeister der Pfälzer, Heinrich Rummel. Er erhielt 1723 ein Privileg, den Wein- und Bierausschank betreffend. Der Buchhändler Johann Adam Creutz kaufte das Haus 1786 und baute hier die Creutz’sche Verlagsbuchhandlung auf. Seine Nachkommen besaßen es bis zur Zerstörung 1945. Eine Inschrift am Haus erinnerte an den deutschen Schriftsteller Wilhelm Raabe, der hier von 1849 bis 1853 während seinerzeit als Buchhändlerlehrling wohnte. 1860 oder 1866 erfolgte ein Ausbau des Anfang 18. Jahrhunderts errichteten dreigeschossigen, zum Breiten Weg dreiachsigen Wohn- und Geschäftshauses mit dem einstöckigen Volutengiebel. 1889 erfolgte eine Änderung im Ladeneingangsbereich,1902 ein Umbau im Erd- und 1. Obergeschoss und 1930 ein weiterer Umbau im Erdgeschoß. Auch dieses Haus besaß 1922 einen „schönen bunten Anstrich”, der dem damaligen Zeitgeist entsprechend sich in die farbigen Fassaden das Breiten Weges einreihte.

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