Zeitreise Breiter Weg 165 in Magdeburg

Das Haus Breiter Weg 165 – direkt an der Ecke zur Ulrichstraße – beherbergte seit jeher eine Bäckerei, später dann Konditorei. Im Volksmund erhielt das Haus den Beinamen „Zum warmen Loch an der Gonokokkenecke”, da aus dem Kellerloch am Breiten Weg der warme Duft des Backofens herauf-strömte. Zum Hause gehörte bis 1699 die Alte Ulrichstraße 20. Als Besitzer findet sich in den Bauakten 1631 und 1663 der Bäckerinnungsmeister Valentin Stegmann. Die Stelle wurde 1648 als Backhaus, 1651 wieder als Backstätte bezeichnet. Ein Conditor Sachtleben wurde bereits 1870 als Mieter genannt. Die Konditorei Sachtleben war hier bis zur Zerstörung 1945 ansässig. Das Baujahr des dreigeschossigen, zum Breiten Weg vierachsigen Putzbaus mit Mansarddach lag zwischen 1750 und 1755. Die Obergeschosse waren durch Kolossalpilaster zusammengefasst. Über dem Mittelrisalit erhob sich ein zweigeschossiges, einachsiges, von Figuren gekröntes Zwerchhaus.