Zeitreise: Breiter Weg 168

Sich nach absolviertem Tagewerk in leckeres Bierchen zu gönnen, zählte seit dem Mittelalter auch in Magdeburg zum Höhepunkt der Sechs-Tage-Woche. Auf dem Breiten Weg waren die Brauhäuser keine Mangelware. Auch das Haus Breiter Weg 168 – genannt Haus „Zum schwarzen Bock” – zählte zu den Szene-Treffpunkten im Mittelalter. Wie viele der Gebäude in der Festungsstadt überlebte auch dieses Haus nicht den Feuersturm im Jahr 1631 während des Dreißigjährigen Krieges. 1665 verzeichnen die Bauakten im Stadtarchiv für dieses Grundstück eine Anbindung und Ausfahrt zur dahinterliegenden Schöneckstraße 1. Erst ab 1691 entstand zum Breiten Weg wieder ein Gebäude, das der Handelsmann Valentin Häseler errichtete. Nach 1870 wurde das einst dreistöckige Haus umgebaut und mit einem zweigeschossigen Zwerchhaus aufgestockt.1889 erfolgten weitere Umbaumaßnahmen und das Haus erhielt eine Fassade im historisierenden Stil. Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg befand sich im Untergeschoss ein Restaurant mit wechselnden Besitzern. Eigentümer ab 1940 war die Brauerei Allendorf aus Schönebeck.