Mittwoch, August 10, 2022
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Zeitreise Breiter Weg 203

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Seit dem Mittelalter prägen das Antlitz des Breiten Weges auch zahlreiche Kirchen und Sakralbauten. Zwischen dem Breiten Weg 202 und 203 befand sich bis 1562 ein Dominikanerkloster. Bereits seit 1224 – neun Jahre nach der Gründung des Ordens – waren die Dominikaner bereits in Magdeburg. Sie errichteten ein Konventsgebäude und eine Klosterkirche auf dem ihnen zur Verfügung gestellten Grundstück an der Westseite des Breiten Wegs, unweit Stiftskirche St. Sebastian und Domplatz. Ab dem 13. Jahrhundert stand das Kloster in voller Blüte und entfaltete eine geistige Strahlkraft. Neben Erfurt erfolgte hier das „studium generale“ der sächsischen Dominikanerprovinz. Unter seinem Einfluss stand auch das Beginenkloster, dem Mechthild von Magdeburg über 30 Jahre angehörte. Hier im Dominikanerkloster wohnte der Ablassprediger Johann Tetzel († 1519) während seiner Aufenthalte in der Stadt. Im Zuge der Reformation leisteten das Dominikanerkloster und andere Stifte und Klöster der Stadt Widerstand, wurden aber in den folgenden Jahren aufgelöst. Die letzten drei Dominikaner verließen vermutlich 1562 die Stadt. Nach der Auflösung des Dominikanerklosters wurden Kirche und Konventsgebäude profan genutzt. Hier wurde zum Beispiel 1573 eine Kirchenglocke für den Dom gegossen. Zerstört im Dreißigjährigen Krieg kaufte es Kurfürst Friedrich III. 1698 dem Domkapitel auf seine Kosten ab und errichtete einen Kirchenbau für die Deutsch-reformierte Gemeinde. Die Einweihung der St.-Pauli-Kirche fand am 28. Januar 1700, dem Sonntag Septuagesimä, satt. 1890 erfolgte der Verkauf an die Reichspost, die sie abriss und an ihrer Stelle ein repräsentatives Hauptpostamt im historistischen Stil der Zeit errichtete. Die Portale der Kirche wurden nach dem Abriss wiederverwendet und befinden sich heute an den Häusern Max-Josef-Metzger-Straße 13 und am Dom 2-3.

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