Dienstag, November 29, 2022

Zum Jubiläum neue Pläne

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Das ist ein richtiger Schatz, sagt Cathleen Parthey. Sie präsentiert ein Fotoalbum, das die Anfänge des Theaters am Jerichower Platz dokumentiert. Es handelt sich um eine Dokumentation des ehemaligen Theaterfotografen Jürgen Banse. Erstellt in einer Zeit nach dem Brand des  Gorki-Theaters, als innerhalb kurzer Zeit das ehemalige Kino der Kasernenanlage zur Ersatzspielstätte umgebaut worden war. Eine Punktlandung: Bis zum Tag der Premiere wurde gearbeitet. Am 6. November 1992 öffnete sich erstmals der Vorhang für „Jesus Christ Superstar“, was ein großer Erfolg wurde. Jürgen Banse hielt die Bauetappen akribisch in seinen Fotos fest, versah sie mit Daten und sie wurden schließlich in einem Album aufbewahrt. Und von der neuen Leitung des Hauses wiederentdeckt. Uwe Senftleben, bereits seit 2017 Teil der Gesellschaft, übernahm 2020 als Betreiber, Cathleen Parthey wurde kurz darauf Geschäftsführerin. Er ist bekannt in der hiesigen Branche, sie betrieb eine Veranstaltungsagentur in Stuttgart, bevor es sie aus familiären Gründen in die alte Heimat Magdeburg zurückzog. Gemeinsam haben sie sich vorgenommen, den Auswirkungen von Corona entgegen zu trotzen und das historische Gemäuer zu neuem Erfolg zu führen.  

Bereits während der staatlich verordneten Schließzeit wurde dafür hinter den Kulissen fleißig gearbeitet. Renoviert und umgebaut. (Fast) Alles neu. Vom Glasfoyer bis zur Großen Bühne und dem Zuschauersaal. Im Toilettenbereich wurden die Keramiken ausgetauscht und auf kontaktlos umgestellt. Der Barbereich wurde erweitert, im Künstler-Backstag strapazierfähiger Belag verlegt, zusätzliche Maskenplätze eingerichtet. „Pünktlich fertig zur Barockoper“, die sie als sensationell bezeichnen und sofort begeistert Videomitschnitte präsentieren. Die Aufführung war neben Bayreuth und Bregenz im Rahmen der Telemann-Festtage im Alten Theater zu erleben. „Unsere Bühne bietet die besten Voraussetzungen“, schwärmt Uwe Senftleben. Insgesamt bietet das Haus viele verschiedene Möglichkeiten, „das hat mich von Anfang an gereizt.“ Von der Partyzeit, die seit 2006 Einzug gehalten hatte, wird man sich jedoch verabschieden, erklärt Cathleen Parthey. Man habe sich entscheiden müssen, wohin die Reise geht. Mit dem geänderten Lichtkonzept können jetzt auch Veranstaltungen wie Tagungen und Messen ausreichend beleuchtet werden. Auch andere technische Voraussetzungen (WLAN, Leinwand, Lautsprecheranlage) sind gegeben. Daneben finden bereits Hochzeiten, Schul- und Betriebsfeiern statt. Bei den Veranstaltungen will man noch mehr auf Qualität achten. Wie bei der Lindenberg-Show, die von Udo Lindenberg anerkannt und mit original Musikern seiner Band zu erleben war. Zu den nächsten Höhepunkten gehört „Moving Shadows“ im Dezember. Eine faszinierende Inszenierung mit virtuosem Formenspiel mit Licht und Musik, ausgezeichnet u. a. mit dem Kreativitätspreis in Montreal, beim weltgrößten Comedy-Festival. Hinter der Leinwand verschmelzen Körper zu Landschaften, Tieren und Gebäuden, davor verzaubern die Schatten ihr Publikum. Aber auch Kinderprogramme, Lesungen und kleine Konzerte im Glasfoyer werden auf dem Programm stehen.

Erinnerungen an die Umbau-Arbeiten vor 30 Jahren: Innerhalb kurzer Zeit wurde aus einem “Kasernenkino” ein Theater / Foto: Jürgen Banse

Übrigens: Da es immer wieder Fragen zur Geschichte des Hauses gibt, haben die Gesellschafter im Eingangsbereich eine Wandtafel angebracht: Sie zeigt die historische Entwicklung von der Gründung der Kaserne 1938 bis zur Eröffnung als Altes Theater 2006.

Seite 15, Kompakt Zeitung Nr. 220

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