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Trennung? Aber richtig!

Tina Heinz

Fragt man Menschen aus anderen Nationen, was für sie typisch deutsch sei, fallen häufig die Begriffe Pünktlichkeit, Ordnung, ab und an auch Fußball oder Bier – und: Mülltrennung. Aber stimmt das wirklich? Sind die Deutschen nicht nur Fußball-, sondern auch Mülltrennungsweltmeister? Laut dem Welt-Abfall-Index von Sensoneo, der die Effizienz der Abfallwirtschaft von Ländern weltweit untersucht (zuletzt 2022), liegt Deutschland auf Rang 3. Nur Südkorea und Dänemark schneiden besser ab. Mit 632 Kilogramm pro Kopf produzieren die Deutschen jedoch auch überdurchschnittlich viel Müll (weltweit: 527 Kilogramm pro Jahr). Davon werden in Deutschland jährlich 302 Kilogramm Wertstoffe pro Kopf dem Recycling zugeführt. Von den untersuchten Ländern – allesamt Mitgliedstaaten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) – bildet die Türkei das Schlusslicht. Hier werden laut Welt-Abfall-Index jährlich 176 Kilogramm Müll pro Kopf illegal entsorgt und lediglich 47 Kilogramm pro Kopf und Jahr recycelt.


So effektiv das deutsche System zur Mülltrennung sein mag, so kompliziert ist es. Bei den verschiedenfarbigen Tonnen und den vielen Regeln kann man durchaus den Überblick verlieren. Und dadurch wird das Thema auch für Vermieter zum Problem. Die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg beispielsweise betrachtet die stetig steigenden Kosten für die Müllentsorgung und Beräumung mit wachsender Sorge. „In einer großen Wohnsiedlung – wie beispielsweise im Stadtteil Kannenstieg – bleibt Müll und Sperrmüll ein spannendes Thema“, sagt Tobias Hoffmann, Leiter der Wobau-Geschäftsstelle Nord. „In den vergangenen Jahren haben die Kosten stetig zugenommen. Die Gründe dafür sind vielfältig. So gibt es die Unbelehrbaren, die ihren Sperrmüll in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vor das Haus stellen oder wohl wissend, dass es falsch ist, ihren Müll nicht richtig trennen. Zudem haben wir im Bereich des Quartiers Kannenstieg eine Durchmischung von Nationalitäten bei unseren Mietern. Und nicht selten führen Sprachbarrieren und unzureichende Kenntnis zu Problemen. Schließlich ist die Mülltrennung ein Thema, das in jedem Land anders gelebt wird.“


Der erste Schritt für die Wobau ist daher, bei jedem neu abgeschlossenen Mietvertrag auf die kostenlose Sperrmüllentsorgung und die korrekte Mülltrennung aufmerksam zu machen. Warum wird Abfall getrennt, was gehört in welche Tonne und was kann bei der kostenlosen Sperrmüllentsorgung abgegeben werden? „Eine nachhaltige Problemlösung erfordert aber mehr, als nur Hinweise beim Einzug zu geben“, meint Tobias Hoffmann. „Um Voraussetzungen zu schaffen, dass alle ihren Müll in der richtigen Tonne entsorgen können und Sperrmüll nicht unangemeldet abgelegt wird, setzen wir beispielsweise in Zukunft auf mehrsprachige Aushänge in den Hauseingängen.“ Zudem solle jede Müllcontainerbox mit einem Flyer für die jeweilige Müllart beklebt und so einfach und verständlich auf die korrekte Trennung hingewiesen werden – auch in mehreren Sprachen. „Es ist uns auch wichtig, diesbezüglich mit unseren Mietern in den Dialog zu treten“, erklärt der Leiter der Wobau-Geschäftsstelle Nord. Das soll beispielsweise beim Nachbarschaftstag am 27. April in der Johannes-R.-Becher-Straße geschehen, der – angeregt vom Stadtteilmanager Kannenstieg und Neustädter See sowie in Kooperation mit dem Internationalen Bund – zum offenen Austausch einlädt.

 
„Hier möchten wir mit unseren Mietern ins Gespräch kommen, über Wünsche und Probleme reden, um so das Miteinander zu fördern“, sagt Tobias Hoffmann. Dies sei ein weiterer Schritt, um für ein aufgeräumtes, schönes Wohnumfeld zu sorgen und zusätzliche Kosten – auch für die Mieter – zu reduzieren. Denn bei der falschen Trennung können durchaus Mehrkosten entstehen. Etwa wenn alle Abfälle in der Restmülltonne entsorgt werden, muss diese auch häufiger geleert werden und die Kosten dafür werden auf die Mieter umgelegt. Beim Thema Sperrmüll können die zusätzlichen Kosten ebenfalls den Mietern zulasten fallen. Sollte Sperrmüll ohne Anmeldung auf dem Grundstück der Wobau abgelegt werden, ohne dass der Verursacher ermittelt wird, kann das Geld für die Entsorgung auf alle Mieter des jeweiligen Hauses umgelegt werden. Sollte der Verursacher bekannt sein, erhält die betroffene Person natürlich die Rechnung. So oder so – der richtige Umgang mit Müll hilft nicht nur der Umwelt und dem mittelbaren Umfeld, er schont auch den Geldbeutel.

Seite 9, Kompakt Zeitung Nr. 231

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