Film verrückt – Tipps von Lars Johansen

In dieser Rubrik möchte ich Filme oder Serien empfehlen, die Sie im Kino oder auf dem Bildschirm zu Hause einmal anschauen sollten. Dabei möchte ich Ihren Blick auf eher Ungewöhnliches lenken.

Wer erinnert sich nicht gerne an Charlie Chaplin? Das Label Arthaus hat jetzt eine ordentlich aufbereitete große Kassette mit den allermeisten seiner Werke auf den Markt geworfen, die unbedingt sehenswert ist. Man kann hier sehr gut seinen Weg nachvollziehen vom kleinen Tramp bis zum König in New York. Seine wichtigsten Werke liegen endlich einmal in gesammelter Form vor und zeigen eine Genialität, die durchaus zeitlos ist, denn auch die Stummfilme vermögen immer noch eine Wirkung zu entfalten, die tatsächlich überrascht. „Moderne Zeiten“ erklärt mehr über Fließbandarbeit als jede aktuelle Dokumentation. Und „Der große Diktator“ entkleidet den Habitus aufgeblasener Autoritäten noch immer so passgenau wie zu seiner Entstehungszeit.

Das komplette Kontrastprogramm dazu heißt „Endzeit – Die Zombieapokalypse“ und spielt nicht in den USA, sondern in Deutschland.  Genau genommen bedeutet das hier: in Thüringen. Wir haben es auch nicht mit einem weiteren „The Walking Dead“-Klon oder einem billigen Amateurfilmchen zu tun, sondern mit einer kleinen, aber feinen deutschen Produktion, die vergleichsweise preiswert nahezu ausschließlich von Frauen realisiert und von der Drehbuchautorin nach ihrer eigenen Graphic-Novel geschrieben wurde. Nach kurzem Kinoeinsatz ist sie jetzt frisch auf DVD und Blu-Ray erschienen. Die Zombies schlurfen hier nicht orientierungslos durch die Gegend, sondern rennen gerne und unter ihnen befinden sich denn doch auch ein paar Männer. Das Ende verläuft ein wenig anders als man es sonst so kennt, alles ist frisch und intelligent erzählt und die Helden sind eben mal keine testosterongesteuerten Muskelmänner.

Erinnern Sie sich noch an Gundermann? Am 11.2. gibt es im Moritzhof um 19 Uhr den hochinteressanten, erst im vergangenen Jahr entstandenen Dokumentarfilm „Gundermanns Revier …“ zu sehen. Und besonders daran freut mich, dass der Kameramann Uwe Mann dafür zu Gast sein wird, mit dem ich im Anschluss ein hoffentlich einigermaßen erhellendes Filmgespräch führen darf.

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