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Scharfe Sprüche:
Medizin gegen Blödsprüche

Olaf vom Hassel

Neues Jahr, neues Glück – das ist ein wirklich alt geklopfter Spruch. Fürs Sprücheklopfen bin ich ja bekannt. Jedenfalls behaupten das einige. Wer frei von Sprüchen ist, werfe den ersten Stein! Ganz tolle Sprüche kommen fast täglich aus dem schönen Hauptstädtchen Berlin. Wir erhalten sie als milde Gaben, die uns dann oft teuer zu stehen kommen. Aber was schwafele ich da? Ihr wisst das alles genauso gut wie ich.


Die jüngsten Erfolgsmeldungen beim CO2-Sparen haben mich tief beeindruckt. Das hatte etwas von den guten alten DDR-Propaganda-Sprüchen, bei denen noch der größte Mangel als Planerfüllung verkündet werden konnte. Und die unzähligen Sprüche in den Antisozialen Medien, die sich am Ende oft als Fake News herausstellen, kann ich einfach auch nicht mehr hören. Doch was solls? Jeder schimpft darüber und doch kleben dann alle wieder an den Geräten, um dem nächsten Schmarrn auf den Leim zu gehen. Diese schönen Rekordmarken, an denen wir uns gar nicht sattessen können, wie steigende Arbeitslosenzahlen, steigende Schulden, steigende Energiepreise und die 19 Prozent Mehrwertsteuer in der Gastronomie sind nun Gott sei Dank auch zurückgekehrt – all das lässt uns jubeln und tirilieren. Vor ein paar Jahren hatte ich mir eingebildet, dass die Welt aus den Fugen sei. Ich wusste damals nur noch nicht, dass ich gar keine Ahnung von Fugen hatte. Es fügt sich heute alles auseinander, was mal so schön zusammengehörte. Und Dinge oder Geschehnisse verbinden sich, die noch nie zueinander passten. Wir haben den Wandel ja vor Augen, wie einst die größten Friedensstifter und Ur-Kämpfer gegen Atomkraft und entsprechende A-Waffen sich nun zu zuverlässigen Kriegsbefürwortern und Aufrüstungs-Predigern verdreht haben. Alles, was einst guter Glaube war oder gar als Grundfeste eines humanistischen Verständnisses galt, kann eben Schall und Rauch werden.


Ich plädiere dafür, dass die Lebensmittel für die Regierung in Berlin rationiert werden. Irgendwie müssen sich die Scholzens & Co. dumm und dämlich gefressen haben, dass sie die brodelnde Suppe im Land nicht schmecken wollen. Kann sein, dass die Bauern ihnen dafür die faulen Eier vom vergangenen Jahr andrehen werden. Wie das alles ausgeht, Kinder? Ich habe keine Ahnung. Nur an das gute Ende will ich irgendwie nicht glauben, seither sich die Welt um mich herum glatt zum besten Schlechten wandelt.


Nun habe ich hier wieder eine schöne Spruch-Kanone abgefeuert. Diese Munition hat einen wesentlichen Vorteil. Sie detoniert, ohne Schaden anzurichten. Wer auch einmal unbeschadet speisen möchte, kann sich von mir ein Würstchen drehen lassen, garantiert ohne Kraut. Dafür kommt jede Menge Dunkel ins Licht der Erkenntnis. Und wer eine Wurst im Mund hat, kann kein dummes Zeug reden. Ich finde, das ist heutzutage eine wirksame Therapie. Glaubt an Olaf den Heiler und holt Euch die echte Medizin gegen blöde Sprüche.

Seite 19, Kompakt Zeitung Nr. 247, 10. Januar 2024